36 Route 12.
MÜNSTER.
Liebfrauenkirche.
li. Ludgerus (f 809), des ersten Bischofs von Münster , und derBischöfe Suitger (-j- 1011) und Erpho (f 1097), von Fleige entwor-fen und ausgeführt. Westl. der bischöfl. Hof (PI. 3: D3). Nebenan,n u 26, das (nicht bedeutende) bischöfliche Museum für christlicheKunst (PI. 18; für Fremde stets geöffnet), im romanischen Stil 1866vom Baumeister v. Manger erbaut, und der schöne got. Backsteinbauder Akademie, von Hertel (1880); die Akademie (bis 1818Univer-sität), mit zwei Fakultäten, wird von c. 300 Studierenden besucht.
Hinter der Akademie in dem ehemal. Jesuitenkolleg die Königl.Paulinische Bibliothek. Im Innern beachtenswert ein Saal mitschönem Holzschnitzwerk, ferner eine Büste des Ministers Fürsten-berg (S. 35) von Rauch, Bildnisse des Domdechanten G. von Raes-feld (f 1686), des Begründers der Bibliothek , von Hermann tarnRing (S. 35) und der beiden 'Wiedertäufer Joh. von Leyden undKnipperdolling, nach einem gleichzeitigen Stiche Aldegrevers (f um1560) von den Gebr. Köppers (1740) gemalt. — Neben dem Jesuiten-kolleg das Paulinische Gymnasium (kath.), mit Kirche, eines dergrößten in Preußen.
Dem Dom s. gegenüber das 1862 erbaute Ständehaus (PI. 23);am Eingänge die Standbilder Hermanns u. Wittekinds, im Ver-sammlungssaal Standbilder verdienter Westfalen.— Hinter demStändehause das Ludyerianum und das Borromäum, Konvikte fürZöglinge geistlichen Standes. Ein Teil des Borromäums war dieResidenz "Johanns von Leyden.
Die Liebfrauen- oder "Überwasserkircbe (PI. 11 : D 2) ist imxiv. Jahrh. im edelsten got. Stil aufgeführt. Die Dekoration desInnern stammt meist aus jüngster Zeit. In den Fenstern des Chorsdrei schöne Glasgemälde ; Wandgemälde, von Moster und Settegast,stellen die Gründung der Marienkapelle, an deren Stelle die jetzigeKirche steht, durch den ersten Bischof Ludger (802-809), und dieGründung des Marienklosters durch Bischof Hermann I. und KaiserHeinrich III. im J. 1040 dar; unter der Orgelbühne zwei Votiv-tafeln des Malers Ludger tom Ring , in der Sakristei vier Evan-gelistenbilder von demselben. An dem zu Anfang des xiv. Jahrh.begonnenen, aber unvollendeten Turm bildet das oberste Geschoß(xv. Jahrh.) ein durchbrochenes Achteck über viereckigem, nurmit Blenden verziertem Unterbau. — Dicht neben der Liebfrauen-kirche das Ludgerikapellchen, das älteste Bauwerk Münsters , imxi. Jahrh. erbaut; daneben das jüngst ausgebaute große Priester-seminar, ein schöner Bau mit Sandsteinfront.
Im ehemal. Kerckerinckhof, Bispinghof n°2 (PI. C D 4), werdendie Sammlungen des westfäl. Altertumsvereins aufbewahrt, darinu. a. die drei eisernen Käfige, welche früher am Lambertiturmhingen (vgl. S. 34).
Die Ägidiikirche (PI. 6: D 4), ehemals Kapuzinerkirche, ausdem xviii. Jahrh., hat neue Fresken, nach Steinles Kartons vonSettegast, Mosler und Welsch ansgeführt. — Auf der Rückseite des