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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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80 Route 23.

BRAUNSCHWEIG .

Promenaden.

grenzende Straße lieißt Kröppelstraße. Ein kapellenartiger Back-steinbau in derselben wurde nach 1422 vom Pfarrer Ember als Pfarr-bibliothek von St. Andreas errichtet. — Die *a,lte Waage (PI. 43:C 3,4), der Kirche südöstl. gegenüber, ist ein schöner Fachwerkbaumit Schnitzereien, 1534 errichtet, 1856 restauriert.— Alte Privat-bauten in der Nahe: Reichenstr. 3 (PI. C 3, 4), Renaissancebau von1630; Langestr. 9 (PI. C 4), von 1636, mit grotesken Holzverzie-rungen ; Südklint 15 u. 22 (PI. B 4). In dem Hause Bäckerklint 11(PI. B4) soll Till Eulenspiegel gearbeitet und einen seiner Schwänkeausgeführt haben.

Das Neustadtrathaus (PI. 34: C4) ist ein spätgotischer, imxviii. Jahrh. sehr verunstalteter Bau. In seinen unteren Räumenbefinden sich das städtische Archiv und die städtische Bibliothek(14000 Bände; Mo. Fr. 10-1 Uhr; Bibliothekar Professor Hän-selmann) ; die oberen Säle füllt das städtische Museum (geöffn.So. 11-1, im Sommer auch Do. 3-5U.), eine Sammlung altgermani-scher Altertümer, mittelalterl. kirchlicher und weltlicher Kunst-werke, Münzen, Siegel, Stempel, Bilder, Pläne u. a. von braun-schweigischem Interesse, Gipsabgüsse u. s. w. Das Sitzungszimmerder Stadtverordneten zeichnet sich durch reiche Holzvertäfelung(von 1573) aus.

Die got. Brüdernkirche (PI. 18: C 4), Chor 1361 geweiht,1451 vollendet, 1865 unter Leitung von Tappe restauriert, hat einspätgot. messingenes Taufbecken von 1450, mit Reliefs, welchesvon vier Figuren getragen wird, sowie einen flgurenreichen got.Schnitzaltar, vergoldet u. bemalt, aus dem Ende des xiv. Jahrh.;schöne Chorstühle und gute Glasgemälde. Das Refektorium deszur Kirche gehörigen eliemal. Franziskanerklosters, von 1486, jetztMilitärmagazin, hat ein schönes Renaissanccportal von 1604.Spätgot. Kreuzgang. — Gegenüber die 1875 in got. Stil erbautestädtische Oherrealschule.

Die ehern. Befestigungen der Stadt wurden 1797 geschleift undsind seitdem zu schönen ^Promenaden umgewandelt worden. Be-sonders hervorzuheben die Strecke zwischen August- u. Wenden-thor. Auf der Südseite der Stadt, inmitten der Anlagen, liegt derBahnhof (PI. C 6, 7), ein Renaissancebau nach Ottmers Plänen.Östl. davon, im Balinhofspaik, städtischen Wasserwerke (vom Turm,57m h., hübsche Aussicht). — Auf dem Siegesplatz (PI. D7) dasLandessiegesdenkmal für die Feldzüge von 1870 u. 1871, nachBreymanns (f 1878) und Diez’ Modell von Howaldt in Erz ge-gossen, auf einem mit Bronzereliefs geschmückten Obelisken dbrKolossalfigur der Germania mit dem Lorbeerkranz. R. der Hoilandtsche Garten (Besuch gestattet).

An den Siegesplatz stößt nördl. der Lessingplatz mit einem^Standbild Lessings (PI. 10: I>6, 7), von Rietsthei, sehr glücklichin der Tracht der Zeit dargestellt, Erzguß von Howaldt, 1853. —ln der Nähe des letzteren die *Ayidienhnlle (PL 16: I) 6), eine