Residemschloß. BRAUNSCHWEIG . 93. Route. 79
Karl Wilhelm Ferdinand (PI. 8), von Pönninger in Wien , beidevon Howaldt in Kupfer getrieben, schmücken.
Das *Residenzschlofi (PI. D E 6), von K. Th. Ottmer an Stelledes 1830 abgebrannten „grauen Hofes" im Renaissancestil erbautund nach dem Brande von 1865 fast ganz neu aufgeführt, jetztvom Prinzen Albrecht bewohnt, ist eine der prächtigsten neuerenFiirstenwohnungen. Die Hauptfassade, nach der Stadt zu, ist 125mlang, 34m hoch. Den großartigen Portalbau krönt eine von Rietschelentworfene *Quadriga , von Howaldt 1868 nach dem Brande zumzweiten Male und noch vollendeter in Kupfer getrieben. DieSandsteinstatuen Kaiser Ottos 1Y. und Ottos des Kindes, auf denZinnen, sowie das Gruppenbild im mittleren Giebelfeld, sindvon Bläser. Die Rückfassade stellt sich als Gartenpalast dar. Be-sichtigung des Innern nach Meldung beim Schloßverwalter imPortal. Durchgang durch das Portal und Besuch der Gartenanlagenjedermann gestattet.
Die kleine Magnikirche (PI. 23: E 6), hinter dem Schloß,wurde 1031 geweiht, der jetzige Bau aus dem xnr. und xv. Jahrh.,1877 restauriert. Bemerkenswertes Holzschnitzwerk im Innern.
Vom Schloß gelangt man in nördl. Richtung durch den Bohl-weg, vorüber am ehern. Paulinerkloster, dessen aus der ersten Hälftedes xiv. Jahrh. stammende Kirche im Anfang des xviii. Jahrh. inein Zeughaus verwandelt wurde, nach dem Hagenmarkt (PI.D 4). Diesen größten Platz der Stadt schmückt der Heinrichs-brunnen (PI. 9), friihgot. Stils nach L. Winters Entwurf, mitStandbild Heinrichs des Löwen von A. Breymann , Bronzeguß vonHowaldt.
Die kürzlich erneuerte *Katharinenkirche (PI. 19: D 4; Kan-tor : südl. der Kirche gegenüber, no 3), ein stattlicher dreisohifiigerHallenbau mit architektonisch interessanter Westfassade, wurdewahrscheinlich von Heinrich d. L. begonnen, 1252 weiter gebaut;Chor nm 1500 vollendet; in dem polychrom ansgemalten Innernein holzgeschnitzter Altar, bemalt und vergoldet, angeblich von1308, und zahlreiche Grabdenkmäler des xvi.-xvin. Jahrh., u. a. daseines Grafen v. d. Schulenbnrg von 1619. — In der Nähe hübschealte Häuser; Wendenstr. 2, von 1491; Fallersleberstr. 6; in der s.Wilhelmstr. n® 95, von 1619, jetzt Bürgerschule.
Die Andreaskirche (PI. 17: C 3) wurde um 1200 ebenfallsim Ubergangsstil begonnen, aber in ihren Hauptteilen im spätgot.Stil 1360-1420 erbaut; der südl. Turm 1518-32 anfgeführt, nachden Zerstörungen von 1551, 1680 (durch Blitz und Sturm) und1740 erneut, 92m hoch. In den Giebelfeldern des Südschiffes roheBildwerke aus dem J. 1419; Mariä Verkündigung und die h. dreiKönige, Flucht nach Ägypten, bethlehemit. Kindermord, Christusauf dem Thron, an dessen Stufen Krüppel allerlei Art stehen. DieSage läßt nämlich die Kirche durch reiche Krüppel, deren damalsunter den Kanfieuten mehrere gewesen, gegründet sein. Die an-