27. Route. 105
II. Westlicher Teil,f. Goslar . Okrrthal.
Goslar J j2 Tag, mit der Eisenbahn nach Oker , zu Fuß durch dasOkerthal bis Romkerhalle , 2 St., über die Ahrendsberger Klippen nach Harz-burg , 4 St.
Goslar. — Gasth.: *11. Hannover , am Bahnhof, Z. L, B. 2-3,F. 1, Pens. 5-7V2 *Kaiserworth (8. 106), am-Markt, Z. L. B. 2-3,Jf. 2>/2 M, F. 80 Pf. 5 Pauls H„ am Paulsturm (mit Rundblick), beimBahnhof, Z. L. 1®/», M. 2 M, B. 50, F. 80 Pf.; Rom. Kaiser, am Markt,gelobt; Hannibals IF., Breitestr., Z. L. B. l l /2-2 l |2, F. 3 /4, M. l 3 /4 M ,mit Restaur.; — Kronprinz Ernst August, am Markt, Z. l'/2, B. J/a,F. 2/4, M. 1 einfach, ganz gut; Altdeutsches Gildehaus, Ecke derMarkt- und Bergstraße , Z. L. B. von D/2 Jt an, F. 3 /.j, M. D/2, l'ens. 4 l /2 M ;Hot. Germania, Breitestr. — Pension bei Fr. Met je , Breitestr. 91.
Biek: im Brusttuch (8. 106), auch Zimmer; Achtermann , im Pauls-turm; Schöner Garten , vor dem Breitenthor; A'fr/s, 10 Min. vor der Stadt,am Klusfelsen.
Eisenbahnen s. S. 91.
Goslar (257m), alte Stadt von 13300 Einw., liegt an der Nord-seite des Harzes, am Fuße des erzreichen Rammeisberges (S. 107)und an der Gose. Zahlreiche Türme, mächtige, zum Teil nocherhaltene Wälle und viele hübsche alte Gebäude mit kunstvollenHolzschnitzereien geben ihr ein würdiges Äußere.
Goslar wurde Anfang des x. Jabrh. gegründet und gewann frühzeitigBedeutung durch die reichen Silbergruben, welche man unter Ottos 1.Regierung in der Nähe entdeckte. Es wurde bald Lieblingsaufenthalt dersächsischen und salischen Kaiser, welche eine ihrer wichtigsten Pfalzenhier hatten. Ihre Anhänglichkeit an Heinrich IV. , der 1080 hier geborenwurde, verwickelte die Stadt in das unglückliche Geschick dieses Kaisers.1204 wurde sie, die zu den Hohenstaufen hielt, von dem Heere Ottos 14’.,Philipps Gegenkönig, erstürmt und planmäßig zerstört. Nur langsamerholte sie sich wieder und erreichte als Mitglied der Hansa um 1600 einezweite Blüte. Erst 1802 verlor sie ihre Reichsunmittelbarkeit und kaman Preußen; 1816-1866 war sie hannoverisch.
In der Nähe des Bahnhofs r. die schöne romanische Kirchedes Klosters Neuwerk (geöffnet 11-12 und außer Sonnt. 5-6 Uhr),aus dem Ende des xii. Jahrh.; namentlich der Chor beachtens-wert; im Innern Kanzel mit Reliefs aus dem xm. Jahrh.; in derApsis ein merkwürdiges Wandgemälde aus dem xii. Jahrh. Gegen-über der zur ehern. Stadtbefestigung gehörige Paulsturm. Unfernin der Schilderstraße, das ^Gymnasium , in roman . Stil. — HieBahnhofsstTaße mit ihrer Fortsetzung, der Fischemäkerstraßeführt auf den altertümlichen Marktplatz, an welchem dasRathaus und der Kaiserworth liegen, und dessen Mitte ein laufen-der Brunnen mit großem metallenen Brunneubecken (angeblichaus dem xit. Jahrhundert) ziert.
Das Rathaus ist ein einfacher gotischer Bau aus dem xv. Jahr-hundert, unten mit einer Bogenhalle.
Im Innern (Eingang über die Freitreppe, 1. um die Ecke, dem Kai-serwortli schräg gegenüber; Eintrittskarten daselbst auf der Kanzlei: 1 u.2 Pers. je 50 Pf., jede weitere Pers. 2ö Pf.) ist das ehern. Huloigungs-zimmer beachtenswert, welches um 1600 von einem Goslarer MalerWohlgemulh mit Gemälden geschmückt wurde: in den vier großen Mittel-feldern der Decke Verkündigung, Geburt Christi, Anbetung der b. dreiKönige und die Darstellung im Tempel, an den Wänden Kaiser- und Si-