10G Route 27.
bylleubilder; außerdem werden schöne alte Evangelienbücher, Urkunden,Wackstafeln, Fahnen, Marterwerkzeuge u. dergl. gezeigt. In einer kleinenKapelle, neben dem Huldigungszimmer eine silberne, reich verzierteßergkanne von 1407, ein Reliquiar, ein got. Doppelpokal von 1519 undeine Schüssel, alles von Silber. — An der Aufgangstreppe steht die „Beiß-katze“. ein hölzerner Lattenkasten mit Durchschlag, in welchen vor Zeitenzänkische Weiber eingesperrt wurden. Schöne Kronleuchter.
Der Kaiserworth , von 1494, vormals Gildeltans, jetzt Gasthof,hat ebenfalls unten eine Bogenhalle; an der Vorderseite acht Kai-serstatuen: Heinrich I., Ottol., Heinrich II., Konrad II., HeinrichIII. , IV., V. und Lothar von Suplinburg.
Zwischen Kaiserworth und Rathaus hindurch gelangt man nachwenigen Schritten zu der spätroman. Marktkirche; Chor nnd Seiten-schiff gotisch. — Dem Westportal gegenüber ein altes originellesHaus, das Brusttuch genannt, aus dem xvi. Jahrh., 1870 restauriert;unter dem Gesims satirische Darstellungen in Ilolzschnitzwerk;Itestaur. s. S. 105. Weiterhin in der Bergstraße das Bäckeryildcn-haus von 1567, jetzt ebenfalls Gasthaus (S. 105). In der Markt-straße das Armenhaus; weiterhin in der Frankenbergerstraße(n° 32) die Sammlungen des Ilm. Fenkner (Eintr. tägl. 9-6 U.,i Jl \ beachtenswert die Möbel aus dem Schlosse Salzdahlum beili raunsehweig). Am Ende der Straße im W. der Stadt die Fran-kenberger Kirche , eine 1108 geweihte, seit 1880 restaurierte Pfeiler-basilika mit Skulpturen am Südportal und Grabsteinen aus demxni. Jahrli.; iin Innern alte Wandgemälde; das zugehörige Klosterist jetzt Privathaus.
Von der Marktkircho führt links (südl.) der Hohe Weg (n° 7das Große heilige Kreuz , ein ehern. Minoritenkloster, jetzt Alt-frauenhaus; die Holzdecke der Kirche zeigt noch die ursprüngl.Bemalung) an einen großen freien Platz, das K aiserbeet, aufwelchem die ehrwürdigen Trümmer zweier Kaiserbauten das An-denken an Goslars erste Blütezeit bewahren, die Domkapelle unddas Kaiserhaus.
Die sog.*Domkapelle, eigentlich Vorhalle eines n. Seitenportals,ist der einzige Überrest des ehemals hochberühmten, 1820 abge-tragenen Domes zu St. Simon und Juda, zu welchem Heinrich III. bald nach seiner Krönung (1039) den Grundstein gelegt hatte.
Über dein I’ortal 5 Stuckfiguren, Kaiser Konrad II. , seine GemahlinGisela, die HH. Matthäus, Simon und Juda. Man beachte die prachtvollskulptierte Portalsäule , welche laut Inschrift (oben) von Hartmann gemeißeltist, mit dem Gorgohaupt als Kapitälschmuck, eine Erinnerung an die an-tike Sitte durch Gorgobilder das Profane abzuwehren.
Im Innern (zugänglich im Sommer den ganzen Tag außer 1-2 U.;Eintrittsgeld: 1 u. 2 Pers. 50, bis 4 Pers. 75 Pf., bis 6 Pers. 1 bis8 Pers. 1 M 50) einige bemerkenswerte aus der alten Ausschmückung ge-rettete Gegenstände: Steinbildwerk, u. a. die steinernen Schranken desKaiserstuhls aus dem Dom (vgl. S. 107), Grabsteine, z. B. einer Kaiserin(xni. Jahrh.), Gobelins Glasbilder, Krucißxe u. dgl.; dann der Krodoaltar,ein etwa lm 1., 0 , 75 m br., 0,8om h. viereckiger Kasten aus Messingplatten,auf 4 gebückten Figuren rubend, mit zahlreichen runden Öffnungen, früherfür einen Opferaltar des Götzen Krodo gehalten, wahrscheinlicher ein einstmit Steinen geschmückter Reliquienkasten (xi. Jahrh.),