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CASSEL.
Naturalienmuseum.
(S. 130) in das Fuldathal, in der Ferne links der Meißner (S. 190).— Vom untern Friedrichsplatz erblickt man n.ö. das mächtigeJustiz - und Regierungsgebäude (1876-80 aufgeführt).
Hinter der Kriegsschule (s. S. 125) das Naturalienmuseum(1'L 13), Steinweg2 (geöffnetMo. u. Do. 10-1U., l)i. u. Sa. 3-61).).Im Erdgeschoß und im 1. Stock befinden sich die naturhistor.Sammlungen (u. a. das älteste Herbarium Deutschlands , 1556-92angelegt, und eine Holzsammlung in Bücheiform), im 1. Stock dieethnogrnph. Sammlung . Eine Inschrift an der nördl. Außenwandbesagt, daß Papin hier 1706 den ersten großem Versuch mit derAnwendung der Dampfkraft anstellte.
Vom Friedrichsplatz s.w. zieht sich die Schöne Aussicht(PI. D 4, 5). Das Bellevueschloß (Pl. 1), 1811-13 Residenz desKönigs Jdröme, ist jetzt z. T. vom Generalkommando, z. T. vonder Akademie der bildenden Künste eingenommen.
Am Ende der Schönen Aussicht erhebt sich das 1871-77 nachPlänen von 15 . Dehn- Rotfelser im Renaissancestil errichtete Ge-bäude der **Bildergalerie (Pl. 2), ein langgestreckter Mittelbau,dessen Hauptgeschoß durch eine mächtige Loggia charakterisiertwird, mit zwei Eckpavillons. Der bildnerische Schmuck ist vonProf. Hassenpflug, Echtermeyer und Brandt. Am Hauptportal Sand-steinbilder von Rubens und Kembrandt. — Vor dem Gebäude einBiisteiidenkmal für den verdienstvollen ersten preuß. Oberpräsi-denten E. v. Möller (f 1880), von Hassenpflug, 1883.
Das erste Stockwerk, zu welchem man auf einer Marmor-treppe hinansteigt, enthält die Gemäldegalerie, welche in 4 Ober-lichtsälen und 20 Kabinetten aufgestellt ist. Eintritt: So. 11-1,Di. Mi. Fr. Sa. 10-1 Uhr, 1. April-30. Sept. auch Mo. Do. 3-5,sonst durch den Kastellan. Katalog 2*#, Auszug 50 Pf.
Die Caflseler Galerie wurde von Landgraf Wilhelm VIII. angelegt, derin den zwanziger Jaliren des xvm. Jahrhunderts als Gouverneur von Fries-land die Gelegenheit zum Ankauf holländischer Bilder benutzte und auchnach seiner Rückkehr nach Deutschland durch besondere Agenten inAmsterdam und Hamburg niederländische Gemälde erwerben ließ. Schonin der zweiten Hälfte des xvm. Jahrhunderts bestand die Galerie, frei-lich in mehreren Gebäuden zerstreut, in einer Vollständigkeit, deren siesich leider gegenwärtig nicht mehr erfreut. Denn die Schätze und Perlen,welche die Franzosen 1806 nach Paris entführt hatten, kamen nach demzweiten Pariser Frieden nicht alle zurück. Hervorragende Werke, wie denPotterschen Meierhof, Rembrandts Kreuzabnahme, Claude-lorrainscheLandschaften hatte Kaiser Alexander von Rußland der Kaiserin Josephine abgekauft und nach Petersburg gesendet, wo sie in der Eremitage glänzen.
Unter den Italienern sind die männlichen Bildnisse vonTizian (n<> 450, ein Meisterwerk von kühner Freiheit der Behand-lung) und von Tintoretto (n« 459), beide im IV. Saal, besondershervorragend. Perle an Perle reiht sich im Kreise der flandri-schen und holländischen Malerei. Anton van Dycks Madonnaauf dem Throne mit Heiligen (n° 83, Saal I), unter dem sicht-lichen Einflüsse der Venezianer komponiert, seine Porträts(n° 108-119, zerstreut), ein Familienbildnis des Gonzales Coques