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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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127
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CASSEL.

30. Route. 127

(n° 142, _Kal). 7) und die Baderstube von David Teniers d. J.(n° 138, Kab. 10) bezeichnen Höhepunkte der flandrischen Schule.— l)er glänzendsten Vertretung erfreut sich die holländische Schule.Von ihren beiden Hauptmeistern Frans Hals und Kembrandtmüssen von ersterem hervorgehoben werden: die beiden musicie-renden Knaben (n° 196, Saal II) und die Porträts eines vornehmenNiederländers und seiner Frau (n° 194, 195, Saal I), frühe Werkevon sorgfältiger Behandlung; dagegen sind schon der lachendeBauer (n° 197, Kab. 11) und vollends der Kavalier mit dem Schlapp-hut (u° 200, Kab. 12; aus späterer Zeit) treilliche Proben des der-ben Humors und der bis zur äußersten Grenze fortschreitendentechnischen Freiheit des Künstlers. An der Spitze der WerkeRem br an dt s steht das biblische Bild: „Jakob segnet die SöhneJosephs“ vom J. 1666 (n° 227, Kab. 8), ein Wunderwerk male-rischer Behandlung und tiefer religiöser Empfindung. Wie sehrihm auch die idyllische Schilderung zu Gebote stand, beweist diesog. Holzhackerfamilie (n° 218, Kab. 14). Auch Porträts aus desMeisters früherer und späterer Periode linden sich vor. Die Palmeverdient das Bildnis der jungen glücklichen Frau des Küustlers,Saskia, o. 1634 (n°214, Kab. 7). Aus der gleichen Zeit das Selbst-porträt des Künstlers in der Sturmhaube (n° 215, Saal I). Nochfrüher, in die Jahre 1630-32, fallen die alten Köpfe n° 209(Kab. 11), 211 (Kab. 14), 225 (Kab. 8) u. 226 (Kab. 8). Der Schreib-meister Coppenol (n° 212, Kab. 7) und der Dichter Krul (n° 213,Saal II) sind ebenfalls bald naoh Kembrandts Übersiedelung vonLeyden nach Amsterdam (1630) gemalt worden. Der späterenPeriode Kembrandts (1655-58) gehören der früher sog. Six (n° 217,Saal II), der Speerträger (n° 223, Saal IH), sein eigenes Porträt(n°222, Kab. 8) und das des Nikolas Bruyningh (n° 221, Kab. 14)an. Kembrandts Landschaften (besonders n°220, Saal I, n. 219,Kab. 8) dürfen nicht übergangen werden. — Von den anderenholländischen Malern sind Phil. Wouwerman (n° 328, Kab. 11),Jan Steen (n°269, Kab. 11), Adr. van Ostade, Metsu und TerBorch (n° 262, Kab. 9) besonders gut vertreten.

Aus dem Treppenhause , mit 8 allegorischen ®Mamorstatuender kunstgeschichtlich bedeutendsten Länder, von Echtermeyer,geradeaus in den

1. Saal. K. : 105. Fr. Snyders, Küchenstück. KechteWand:*83. A. v. Dyck, Maria mit Heiligen; *194. *195. Frans Hals , Mannund Frau; **220. Rembrandt , bergige Landschaft (c. 1650); 253.Adr. van Ostade, der Dudelsackpfeifer. Neben der Thür 1. *130.D. Teniers d. J., kartenspielende Bauern; r. 319. Phil. Wouwerman,rastende Bauern. Gegenüber dem Eingang: r. 104. AntwerptnerSchule, Anbetung der Hirten; 1.*92. Jac. Jordaens , Pan bei einemBauer zu Tisch. Linke Wand: *114. *113. Ant. van Dyck, Familien-bilder; 315. Phil. Wouwerman, Keitschule ; *215. Rembrandt , Selbst-porträt; 85. Rubens, Diana und Nymphen von Satyrn überfallen.