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Von Halle
Heinrichs I. und Ottos I., 968-1561 Bischofssitz, an der Saale ,über welche eine steinerne Brücke führt. Die *Domkirchb , imx. Jahrh. gegründet, in ihrer jetzigen Gestalt wesentlich aus demxm. Jahrh., das spätgot. Schiff aus dem Ende des xv. Jahrh.stammend, 1883-86 gründlich erneuert, enthält im Chor die eherneReliefgrabplatte des 1080 im Kampf gegen Heinrich IV. gefallenenGegenkönigs Rudolf von Schwaben (xi. Jahrh.) und zwei guteGrabmäler aus dem xm. a. xiv. Jahrh.; dann eine Verlobung derh. Katharina, an Dürer erinnernd; spätgot. Holzschnitzwerk anKanzel und Chorschranken; treffliche Orgel von 1713; in der Vor-halle das Grabmal des Bischofs Sigmund (f 1544) von HansViscyher. Das turmreiche Schloß, 1468-1514 erbaut, Ende desxvii. Jahrh. zum Teil erneuert, einst Residenz sächs. Herzoge,jetzt Regierungsgebäude, gewährt einen stattlichen Anblick. ImSchloßgarten ein Denkmal des preuß. Feldmarschalls Kleist vonMollendorf (f 1823), mit Büste.
Zweigbahn (16km) nach dem Städtchen Mücheln.
lmal tagt. Post nach dem 11km entfernten Stahlbade Lauchstädt (Gold.Adler), im xvm. Jahrh. sehr besucht, so daß u. a. Schillers Dramenvon der Weimarischen Schauspielertruppe hier aufgefiihrt wurden.
23km Corbeiha.
Von Lnirzio nach Cobbetiia, 31km. Die Bahn überschreitetdie Elster. — 7km Leutzsch, 12km Großmiltitz, 15km Markran-städt , 22km Kötschau. — 26km Dürrenberg, mit Salinen undgroßen Gradierwerken, als Solbad von c. 800 Kurgästen besucht.Dann über die Saale. — 31km Corbetha (s. oben).
Id der Nähe von Corbetha liegen drei berühmte Schlachtfelder:7km w. Roßbach , wo Friedrich d. Gr. am 5. Nov. 1757 mit 22000 Mannüber die 60000 M. zählende französische und lieichsannee den glor-reichen Sieg errang (Denkmal 1861 gesetzt); 7km östl. Lützen , bekanntdurch den Sieg der Schweden über die Kaiserlichen am 6. Nov. 1632 (ander Stelle, wo Gustav Adolf fiel, ein Granitblock, von einem got. Dachgeschützt); etwas südl. von da bei Großgbrschen fand am 2. Mai 1813der erste größere Zusammenstoß in jenem Kriege statt, in welchem Scharn-horst tödlich verwundet wurde. — In dem Dorf Keuschberg bei Dürrenberg (s. oben) feiert man noch jetzt das Andenken an den Sieg Heinrichs I. überdie Ungarn im J. 933; doch ist das Schlachtfeld wohl weiter w. in derNahe der Unstrut, vielleicht ebenfalls bei Roßbach, zu suchen.
32km (von Halle) Weißenfels (Gasth.: Schütze, Gold. Hirsch ),Stadt mit23 900 Einw., an der Saale , über die eine steinerne und eineeiserne Brücke führen. Das 1664-90 erbaute vielfenstiige Schloßderehem. Herzoge von Weißenfels-Querfurt , einer 1746erloschenenkursächs. Nebenlinie, dient jetzt als Kaserne; in der Schloßkircheeine sehenswerte Fürstengruft; von der Plattform schöne Aus-sicht. In einem Zimmer des Amtsgerichts wurde nach der Schlachthei Liitzen (s. oben) die Leiche Gustav Adolfs einhalsamiert; seineEingeweide wurden in der (1884 abgetragenen) Klosterkirche bei-gesetzt. Das Kloster ist jetzt Schullehrerseminar. Links vomSchloß erhebt sich der Klemmberg , mit schöner Aussicht. R. aufder Höhe ist der Chor der alten Klosterkirche als Friedhofskapellewieder aufgebaut. — Nach Zeitz s. S. 139.