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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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1 48 Route 34.

WEIMAR.

Bibliothek.

kulftnns. Im Zimmer des Großherzogs: neuere Gemälde von Ary Schcfler,Wislicenus u. a. In den Gesellschaftszimmern: Landschaften von Preller.— Im östl. Flügel des Schlosses das Goethe-SchillerarcMv , nur tür Studien-zwecke zugänglich; Direktor Prof. Dr. Suphan.

Auf dem nahen Fürsteuplatz (PI. C4) das ReiterstandbildKarl Augusts, 1875 enthüllt* von Bonndorf aus Weimar .

Die großh. ^Bibliothek (PI. 12) ira grünen Schloß östl. amFürstenplatz, ist t'ägl. außer So. 9-12 und 2-4 U. geöffnet (im Juniund an den hohen Festtagen geschlossen). Oberbibliothekar: l)r.R. Köhler.

Die Bibliothek (Besichtigung tägl. außer So. 1 PerS. 1 Jl , mehrereje 50 Pf.) umfaßt an 200000 Bände und 8000 Landkarten, darunter zwei derberühmtesten alten Weltkarten aus dem Anfang des xvi. Jäkrh., in großemMaßstab auf Pergament gezeichnet; 4-500 alte Stammbücher. Der Ilaupt-saal ist mit zahlreichen Bildnissen und Büsten geschmückt von bedeu-tenden Männern und Frauen, welche in Weimar gelebt haben: Bildnisseder Herzogin Anna Amalia , Gemälde und Standbilder ihres Sohnes KarlAugust , Goethes (aus verschiedenen Altersstufen), des letzteren weit über-lebensgroße Marmorbüste von David <T Angers aus d. J. 1831 , und eine*Büste von Trippel von 1T88, ebenfalls in Marmor, das Apollo-ähnlicheHaupt Goethes darstellend, ebenso Schillers Marmorbüste von Dannecker,Herders von Trippel, Tieck , Wieland, Winckel/nann, Gluck u. a. Man-cherlei Kunstsachen und Merkwürdigkeiten werden hier in dem sog. Kunst-kabinett gezeigt. — Wichtig ist das sächs. Münz- u. Medaillen-Kabinett. —Im Thurm eine 1671 von einem Gefangenen aus einer Rieseneiche verfer-tigte Treppe, welche mit 64 Stufen in 4 Windungen einen spiralförmigenStamm umgibt.

Südl. das Fürstenhaus (PI. 9), vor Erbauung des neuen Schlosses(1774-1803) die herzogliche Wohnung, und noch weiter südl., ander Ackerwand, die griechische Kirche (PI. 21) ; daneben das einstvon Frau v. Stein, Goethes Freundin, bewohnte Haus, jetzt Dienst-wohnung des griechisch-kathol. Geistlichen.

Am Markt das 1841 im got. Stil von Hesse aufgeführte saubereRathaus (PI. 11: B 4); im Innern sehenswert ein großes Öl-gemälde : Bernhard von Weimars Einzug in Breisach , von Marter-sleig. — Das Haus gegenüber (jetzt Buchhandlung) bewohnte einstLukas Cranach , wie an seinem Wappen (S. löö) zu ersehen.

In der nahen Sehillerstraße bezeichnet eine Inschrift das kleineWohnhaus Schillers (PI. 26: B 4), seit 1802 von dem Dichterbewohnt, von freundlichem Äußern, mit grünen Fensterläden,jetzt Eigentum der Stadt; im II. Stock Schillers Wohnzimmermit einigen Reliquien (zugängl. im Sommer 8-12 und 2-6 U., imWinter 9-12 und 2-4 U.; 1 Pers. 30 Pf.).

Vor dem Theater (PI. B4) das 1857 errichtete *Goethe-Schiller-denkmal (PI. 30), das Dichterpaar in einer trefflich aufgefaßtenGruppe gemeinsam den Lorbeerkranz ergreifend, Bronzeguß nachRietschels Modell. — Gegenüber das Wittumspalais (PI. 10), dieWohnung der Herzogin Amalie (f 1807), mit interessanten Erin-nerungen an WeimaTS klassische Zeit, namentlich Porträts. Nördl.in der Wielandstraße Wielands Wohnhaus (PI. 25).

In dem südl. Stadtteil der Goetheplatz mit *Goethes Wohn-haus (PI. 27: B 5), von Karl August an Goethe geschenkt und von