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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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149
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Goethes Wohnhaus .

WEIMAR .

34. Route. 1 49

dem Dichter über 40 Jahre lang bewohnt. Jahrzehnte hindurch un-zugänglich, wurde es von Goethes letztem Enkel Walther (f 1885)mit den Sammlungen des Großvaters, dessen Bibliothek, demInhalt des Studier- und Sterbezimmers dem Staate vermacht und1886 als Gosthe-Nationalmuseüm eröffnet. (Eintritt im Som-mer tägl. außer Mo. 11-4 U. für 1 Jl , So. 50 Pf.; im Winter So.Mi. 11-3 U. — Direktor: Geh. Hofrat Dt. Rutand.)

Das Haus ist möglichst genau so wiedexhergeatellt, wie es zu Goe-thes Zeit gewesen. Die geräumige Treppe, nach Goethes Zeichnung1792 gebaut, mit Statuen und Kartons geschmückt, führt zu dem Ein-trittszimmer, mit den Bildnissen Goethes und seiner Familie (Goethevon Kraus 1775, von Angelika Kauffmann 1787), des weimarischen Fürsten-hauses (Anna Amalie von W. Tischbein , Karl August von Kolbe) und nahe-stehender Freunde (Marianne v. Willemer, Goethes Suleika, u. a.). In denFensternischen Reliquien aus Goethes Besitz, seine Orden, Ringe, die aufihn geprägten Medaillen, seine Sammlung antiker geschnittener Steine.— L. das Junozimmer, der in allen Einzelheiten hergestellte Salon,mit den ursprünglichen Möbeln und Wanddekorationen von H. Meyer, demFlügel, auf dem der junge Mendelssohn gespielt, den Bildnissen Goethesnach Stieler (1828), Goethes und seiner Frau von Bury , Zelters von Begas ,einer Kopie der Aldobrandinischen Hochzeit von H. Meyer , u. a. In einemGlasschrein die Medaillons der Eltern Goethes und Goethes seihst von Mel-chior, Ehrengaben der Stadt Frankfurt , englischer Freunde u.s.w. — Indemnächsten Raume, nach einem Bildnis Urbinozimmer benannt, eineAnzahl Bilder von Tischbein , Carus , L. v. Klenze u. a., Büsten, Entwürfevon Goethes Hand, Davids Porträtmedaillons, die berühmte 1826 vonSebbers gemalte Tasse mit Goethes Bild, u. dergl. — R. vom Eintrittsraumdrei Zimmer mit Goethes eigentlichen Kunstsammlungen. Im I., demsog. Deckenzimmer eine Auswahl wertvoller Handzeichnungen (P.Viecher, Rubens , Watteau, Angelika Kauffmann u. a.), sowie Proben desreichen Münzkabinetts (*ital. Porträtmedaillen des xv. u. xvi. Jahrh.). ImII. und III. Zimmer ital. Majoliken, Plaketten der ital. Renaissance sowieantike (Viktoria, Jupiter, Bacchus) und moderne (Oiov. da Bologna , badendeVenus; Donatello , Venus, u. a.) Bronzestatuetten. Dazwischen Zeichnungen(Boucher, Rembrandt etc.), Büsten ( Trippele erster Entwurf seines Goethe),Bildnisse und Masken von Freunden, Autographen u. s. w. — An dasEintrittszimmer stößt südl. das Büstenzimmer mit Büsten Herders vonTrippei, Goethes und seiner Frau, Wielands, Lord Byrons etc.; Decken-malerei von H. Meyer . Dann das kleine Gartenzimmer mit zahlreichenSilhouetten. — Im Hinterhaus mit dem Blick auf den altertümlichenGarten Goethes Studier- und Sterbezimmer, von großer Einfachheit,genau erhalten wie am Tage von Goethes Tode.

Weiter an dem ebem. Frauenthor Wielands Denkmal (PI. 31:Bö), von Gasser, 1857 errichtet.

Auf dem großen Friedhof (PI. B 6) an der Südseite der Stadtsind in der Fühstengeuft (PI. 22; im Sommer ist 11-12, Di. Er.12-1 und 3-5, ein Diener zur Führung anwesend; außer dieser Zeitkann man auf dem Hofmarschallamte in der Bastille [PI. 7: C. 4]einen Diener erhalten; Trkg. 1 Jf'j, dem 1824 erbauten großherzogl.Grabgewölbe neben den Ahnen der jetzt regierenden Linie (vonHerzog Wilhelm, f 1662, an) Schiller (-j-1805) und Goethe (-[ 1832)in Särgen von Eichenholz beigesetzt, mit Lorbeerkränzen bedeckt;an Schillers Sarg der von Hamburgerinnen zu seinem 100. Geburts-tag gestiftete silberne Eichenkranz. Tiefer in der Gruft ruht n. a.neben seiner Gemahlin Luise (y 1830) Großherzog Karl August (f 1828) in einem reich verzierten Sarkophag; ferner Karl Fried-