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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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154
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lo4 Route 36.

GOTHA .

Der besuchteste Spaziergang von Erfurt ist der ^Steiger (guteRestaur.; im Sommer Sonnt häufig Konzert), mit prächtigen Wald-anlagen. Vom „Präsidentenweg" schönster Blick nach W., vom„Augustapark“ Blick auf die Stadt. — Unterhalb des Steigers, dieFlora (Endpunkt der Pferdebahn), ein besuchter Vergnügungs-ort mit guter Restauration. — Schöne Promenadenwege führenhinauf zu der im S.W. der Stadt gelegenen Cyriaxburg; hübscheAussicht von der „Grolmannsköhe“. Am Fuße der Burg das guteRestaurant Brühler Terrasse.

In der Nähe der Flora (s. oben), besonders nach dem hübschen Dorfe Hoch-heim hin, dehnen sich große Gemüsegärten aus, auch wegen der Bewässerungsehenswert. Erfurt ist überhaupt wegen seiner ausgedehnten Gemüse-(Blumenkohl-) u. Kunstgärtnerei mit Samenhandel berühmt. Bei J. C.Schmidt (Kunstgärtnerei ; Verkaufshalle: Schlösserstraße neben der Lorenz -kirche), Benary , Heinemann , Haage & Schmidt (Orchideen, Palmen), PlatzSohn , N. L. Chrestensen , Chr. Lorenz (Johannesstr. 100) reiche Auswahl. ImSommer und Herbst prachtvoller Blumenflor vor dem Brühler Thor (rechts).

In der Nähe, 1 St. nördl. von Erfurt , bei dem Dorfe Ilversgehofen (S»152 und 119) ein neuerdings angelegtes Steinsalzbergwerk mit c. 400m tiefemSchacht; Erlaubniskarten zum Besuch bei dem Obersteiger, l-l 1 ^ M.

36. Gotha.

Gasthöfe: ‘Deutscher Hof (PI. b: C 3), Z. L. B. von 2an,F. 1, M. 272 Omn. 50 Pf., mit Restaur., gute Küche; ‘WiinschersH. (PI. a: C 3), am Neumarkt, mit Garten, Z. L. B. i^-ö, F. 1, M. 2-272 *^1eleganter Speisesaal; 'Stadt Kohurg (PI. c: I) 4), mit Restauration, Z.L. B. 2 - 272 , F. 3 /4 ; M. 2 Jti, Herzog Ernst, beim Bahnhof; Prophet(PI. e: B C 3), bürgerlich; H. Mahr, Auguststr. (PI. C2), Z. L. B. von l 3 /4 Jian, F. 3 /4, M. l 3 / 4 Jfif, gelobt; H. Lange, am Kahnhof, viel Geschäftsreisende.

Bestach.: ’Bahnhof; ‘Parkpavillon, Parkallee; Cafe National,Karolinenplatz, und in den Gasthöfen (s. oben). — Bierstuben: Hammer,Siebleber Gasse; Drei Spitzen, Neumarkt; Zum Riesen, Hauptmarkt;Königssaal, Brühl ; Himmelsleiter, Querstr.

Wein: bei Gams, Hafermann, Eidam.

Droschke vom Bahnhof zur Stadt jede Pers. 50 Pf., nachts 1 M.Gepäck 20 Pf., Handgepäck frei. Omnibus der Gasthöfe am Bahnhof.

Hoftheater: Vorstellungen nur in den vier ersten Monaten des Jahres.— Sommertheater meist Mai-Sept. in der Steinmühle (vgl. PI. I) 3,4).

Gotha (293m) mit 29000 Einw., zweite Residenz des Herzogsvon Sachsen-Coburg-Gotha , inmitten schöner Parkanlagen undstattlicher Neuhauten mit dem Blick auf den thüringer Wald sehranmutig gelegen. Die Stadt ist ausgezeichnet durch reges Lehenin Wissenschaft, Handel und Verkehr. Hier gründete E. W. Ar-noldi (1778-1841) i. J. 1817 die erste deutsche Handelsschule,1820 die Feuerversicherungsbank, 1827 die Lebensversicherungs-bank, die bei weitem größte derartige Anstalt in Deutschland .Die geographische Anstalt von Justus Perthes besteht seit 1786.

Die Stadt Gotha wird schon im frühen Mittelalter erwähnt. Die Land-grafen von Thüringen hatten auf dem Schloßberg eine Burg, den Grimmen-stein. Als Johann Friedrich der Großmütige 1547 bei Mühlberg das Kur-fürstentum verloren hatte, erneuerte er die Befestigungen und Joh. Friedrichd. Mittlere schützte hier den Ritter Grumbach gegen die Reichsacht, in-folge dessen der Grimmenstein nach dreimonatlicher Belagerung i. J. 1567zerstört wurde. Nach verschiedenen Teilungen der thüringischen Lande