Rosenau. COBURG . 40. Route. 189
des Herzogs Job. Kasimir mit der Prinzessin Anna von Kursachsen (1585);unter dem Gefolge ein Porträt Rückerts (S. 190).
Man betritt nun zunächst die Wagen- und Sattelkammer, mithistor. merkwürdigen Staats wagen etc. — In der Vorhalle zum Waflensaalein Freskobild von Schneider (1841), den Einbruch von zwei Bären in denberzogl. Speisesaal darstellend. — Im Lutherzimmer Überreste vonLuthers Bettstelle und Stuhl, Gegenstände aus der Lutherbuche (8. 183) ge-schnitzt, Sammlung Lutherscher Schriften etc.—Waffensaal. Ein großerOfen, Eisenguß von 1430, mit Wappen und Heiligenbildern; reichhaltigeSchwerter- und I>egensammlung; Rüstungen. — Gewehrsaal an derTreppe. Wallbüchsen, Falkonetts, Doppelhaken etc.
Oberes Stockwerk. Vorplatz: Verschiedene Jagdgeräte. — Ge-wehrsaal. Reiche Sammlung von Jagd- und Scheibenbüchsen, Pistolenetc.; Schenktisch mit alten Trinkgefäßen; neuere Bildnisse, meist vonSchneider. — Rosettenzimmer. An der Decke 365 Rosetten verschie-dener Form; Bildnisse der Landgrafen von Thüringen; Trinkgefäße. —Betsaal. Holzskulpturen aus dem Leben der Jungfrau Maria, nach Mar-tin Schönschen Bildern; Bibel von Hans Lufft , 1550 gedruckt mit kolor.Holzschnitten von Burgkmair; Plenarium aus dem Kloster Gandersheim ,Pergamenthandschrift aus dem xi. Jahrh. mit schon geschnitztem Elfen-beindeckel.— Reformationszimmer. Kopie eines alten Bildes in derMoritzkirche, den Reichstag zu Augsburg darstellend; Bildnisse in ganzerFigur auf Goldgrund, von Rolhbart gemalt. An der Säule die Wappen der16 Reichsstädte, welche zuerst der Reformation beitraten. — Horn-zimmer, ein Meisterstück aus der Renaissancezeit, Holzmosaik, Jagdendes Herzogs Johann Kasimir darstellend, um 1600 gearbeitet.
In dem südwestl. Flügel ein Naturalienkabinett (Mittw. 2-4 U. unent-geltlich geöffnet), besonders reichhaltig die Vogelsammlung.
Im nördl. Flügel eine ansehnliche, aber nur ausnahmsweise zugäng-liche Sammlung von Kupferstichen und Holzzeichnungen; eine Sammlungvon Münzen (viele Brakteaten) und von Aulographen.
Neben demselben von der nordöstlichen, der Hohen Bastei, prächtige•Aussicht, umfassend und zugleich malerisch.
In der kleinen Schloßhofhalle, über deren Eingang ein Freskoge-mälde, St. Georg, wird das Gallionbild des am 5. April 1849 bei Eckernfördeeroberten dänischen Linienschiß’s Christian VIII. nebst einigen Trophäenaus dem Kriege 1870-71 aufbewahrt.
Auf der großen nordwestl. Bastei , Bärknbastei (selten zugänglich),schönste Aussicht nach Westen, über die sonst nicht sichtbare Stadt.
Von der Festung führen gute Fußwege n.ö. ain Bausenbergehin zur Teufelskanzel (20 Min.), mit herrlicher Aussicht. — Aufdem Eckartsberg , südl. der Veste, in gleicher Höhe, ein Turmmit großartiger Rundsicht; bequemer Weg von da über Löblein-stein in 8/4 St. zur Veste. — Schöne Aussichtspunkte sind auchder Adamiberg , gerade oberhalb des Bahnhofs, mit dem Garten -hause des Dichters Jean Paul, der 1803-4 in Coburg lebte, unddi c Hohe Fichte, beim Dorf Ahorn: 3 / 4 St., an dem Schlachthausund. der Aktienbrauerei vorüber.
Von den (nur in Abwesenheit des Hofes zugänglichen) herzogl.Sommerschlössern in der Umgebung von Coburg sind derschönen Lage und Ausstattung wegen bemerkenswert: Rosenau,Sommerresidenz des Herzogs von Edinburgh (328m ü. M.; Re-staur.), IY 2 St. n.ö., bei der Eisenbahnstation Oeslau (S. 180;schöner Weg von der Veste über den Bausenberg ; 1 St. nördl. dieRuine Lauterburg), und besonders Callenberg (386m), 1 gute St.n.w. von Coburg (Wagen s. S. 187), von Rotlibart 1856-58 teilweise