188 Route 10.
Veste.
ein stattlicher Flügelhau im englisch -gotischen Stil, 1649 auseinem Barfüßerkloster umgehaut, verdankt seine jetzige Gestaltund Erweiterung nach Heideloffs Plänen dem Herzog Ernst I .
Im Innern (im 2. Hof schellen; Trkg.): eine Anzahl Familienbilder:Herzog Krnst I., Königin Viktoria, Prinz Alhert, König Leopold I. und Ge-mahlin, Prinz Ferd. v. Coburg , Prinz Friedrich Josias, kaiserl. General-Feldmarsehall, u. a.; ferner einige neue und alte Bilder (van Dyck, die^Ahnfrau“). Schönes Zimmer mit Gobelintapeten und reichster Stucca-tur; prachtvoller Saal mit Karyatiden als Liehthaltern.
An Rückerts Wohnhaus (1820), in derBückertstr. (früher Schloß-gasse), ein Medaillonporträt des Dichters, von Scheler.
Auf dem Ernstplatz (PI. B3) ein Denkmal für 1870/71 , vonScheler. — Am Steinweg, neben Hot. Viktoria, bezeichnet eineTafel das Geburtshaus des Germanisten Frommann (1814-88).
Am Schloß führen bei der Hauptwache (Arkaden) eine BeihcTreppen und bei der Reitbahn und der Marienschule vorbei einsteiler Fußweg in den schönen *Hofgarten (PI. DE 2, 3), der15-20 Min. lang sich an dem park'ähnlich angelegten Bergabhangempor zieht, welchen oben die Veste (gewöhnlich „die Festung'''genannt) krönt. Im Hofgarten das sogen, kleine Palais, im engl.-got. Stil 1868 erbaut, ferner das Mausoleum des Herzogs Franz(f 1806) und der Herzogin Auguste Karoline (f 1831), sowie einPavillon mit einem Gipsabguß der in der Nationalgalerie zu Berlin befindlichen Prometheusgruppe von Prof. Ed. Müller aus Coburg in Rom (zugängl. im Sommer 3-5 U., So. Mi. frei, sonst gegenKarten, die beim Obergärtner zu haben sind, die Person 1Ö Pf.)— Der Fahrweg führt an der S. 187 gen. St. Augustinkirche (i.)vorüber ebenfalls durch den Hofgarten in mäßiger Steigung hinan.
Die alte **Veste Coburg (PI. F 1; 464m), 166m höher als dieStadt, vom Schloß t /2 St. Steigens, beherrscht die ganze Gegend.Sie war Residenz der Grafen von Henneberg und der sächs. Her-zoge, bis 1549 Johann Ernst seinen Sitz in die Ehrenburg (S. 187)verlegte. Um die Zeit des Augsburger Reichstags, im J. 1530,wohnte Rüther 3 Monate auf ihr und übersetzte hier die Prophetenund Psalmen. 1632 wurde die Veste von den Schweden besetzt undvon Wallenstein fruchtlos belagert. Es ist ein spätgot. Bau ausdem Ende des xv. Jahrh.; der Südwestbau mit ausgekragten Eck-türmchen ist das ehern. Zeughaus , das große Gebäude auf der Nord-seitc heißt der Fürstenbau. Die Veste ist seit 1838 unter Leitungvon Rolhbart hergestellt und zu einem *Museum für Kunst undAltertümer eingerichtet worden.
Der Eingang in die Veste ist an der Südseite. Das Thor istlaut Inschrift 1671 erbaut. Eingang zu den Sammlungen unterdem offenen Holztreppenhaus im ersten Schloßhof: am Thore linksschellen (Eintritt 1 Pers. 50, 2 Pers. je 25, 3-10 Pers. je 20 Pf.).Im Schloßhof gute Restauration.
An der Wand des Treppenhauses eine Reihe ‘Fresken, von Schneider1838 begonnen, nach Zeichnungen von Rothbart 1855 vollendet: Brautzug