66
keit, daß sie i» ihrem Werthe unveränderlich bleibe. Dieser Werth der Münze ist im-mer der Veränderung unterwarfen 1) durch die Schwankungen im Werthe derMctalle,aus denen sic gemacht ist; 2) durch die Abnutzung, die beim Umlaufe der gebrauch-ten und leichteren Stücke, welche einen geringeren Werth haben als diejenigen, welcheihr Normalgcwicht behalten, entstanden ist. Man merkt noch weit mehr diese Uebel-stände, wen» man zwei Metalle für hohe Zahlungen anwendet; denn die gemünztenStücke beider Metalle sind nicht blos i» ihre» Beziehungen zu den Waaren, son-dern auch in denen unter einander der Veränderung unterworfen. In der Thatzerstört ein Steigen in dem Werthe jedes Metalles die durch den Umlauf festgestell-ten Verhältnisse, und macht aus der Umschmelzung in Barren ein ovrthcilhaftcSGeschäft. Wenn z. V. die Geldcourszcttcl anzeigen, daß die Silbcrstücke einenVerlust an innerem Werthe beim Tausche gegen die Goldstücke zu erleiden haben,so ist es ein handgreiflicher Vortheil, das Silber in Barren zu verwandeln und eszu dem Preise zu verkaufe», welchen es auf dem Markte erreichen kann. Wenndaher das eine von beiden Metallen i» Münzform im Preise gesunken ist, sowird es unmittelbar nmgeschmolzcn und auf seinen wirklichen Werth in Barrcnformzurückgeführt. Diese Ucbclständc sind von jedem metallischen Umlaufe untrennbar,weil es unmöglich ist, wie bestimmt auch immer die Schätzungen des Goldes undSilbers im Umlaufe sein mögen, die Veränderungen zu vermeiden, welche im Ver-hältnisse der Metalle zu einander entstehe» könne». In diesem Falle ist es vor-thcilhaft, die Münze, welche unter der Bestimmung eines Minderwcrthcscireulirt, in Barren zu verwandeln. Buchn n a n.
8) Von dem Zeitpunkte an, wo das Silber eingeführt wurde, erhielt derGrund zu sparen, eine bis dahin unbekannte Kraft. Da das baare Geld alle an-deren Reichthümer darstellt, und da Silber das baare Geld der Handilöwelt ist, sohat man nur nöthig, Silber zu häufen, um sich alle verschiedene» Arten des Reich-thumes, den c« in der Welt giebt, zu verschaffen; und da das Silber zugleich derunveränderlichste und am Leichtesten aufbcwahrbarte Reichthum ist, so bietet es auchdas leichteste Mittel zum Aufhäufen dar. Indem so Gold und Silber gemünztesGeld geworden sind, haben sic der Gesellschaft den große» Vortheil verschafft, z»rKapitalisirung wie des kleinsten so des größten Vermögens nicht blos das mäch-tigste Motiv, sondern auch das geeignetste Mittel zu bieten. Noch ein andererUmstand trat hinzu, den Grund zu sparen zu verstärken: das war das Leihen aufZinsen, welches durch das baare Geld erst möglich geworden war. Bor der Ein-führung des Silbers in den Hantel mußten Darlehen sich auf eine unbedeutendeKleinigkeit beschränken. Wer sein Kapital nicht selbst anwenden, oder wer mehrhatte, als er gebrauchen konnte, begegnete unendlich vielen Schwierigkeiten, wen»re cS anslcihcn oder vermuthen wollte. Es war für ihn nicht genug, Borger z»finden, cö mußten auch Borger für seine Waare sei». Da überdies die Waarein natura ausgclichen wurde, so mußte sie auch in mUura zurückgegeben werden lund ma» sieht wohl ein, welche Quellen von Streitigkeiten und Verluste» dieserUmstand in allen den Fällen sein mußte, wo die Waare nicht ebenso wieder zurück-gegeben werden konnte, oder wo sie einem Werthvcrlustc durch den Gebrauch unter-