Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
111
JPEG-Download
 

111

gewesen sind, mit allen in demselben gebomcn Soldatenkindcrn auchnur die Zahl der Trommler und Pfeifer voll zu machen. Dennochsieht man selten irgend wo so viele hübsche Kinder, als um eineKaserne herum; aber nur wenige derselben erreichen, wie cS scheint,das vierzehnte oder fünfzehnte Jahr. An einigen Orten stirbt dieHälfte der Kinder vor dem vierten Jahre, an anderen vor dem siebenten,und fast allerorts vor dem neunten oder zehnten. Aber diese großeSterblichkeit findet sich überall hauptsächlich unter den Kindern desniederen Volkes, welches dieselben nicht mit eben der Sorgfalt war-ten kann, wie die Eltern aus den besseren Ständen. Obgleich dieEhen der gemeinen Leute im Allgemeinen fruchtbarer sind, als die dervornehmen, so gelangen doch weniger Kinder aus jenen in'ö reifeAlter. In Findclhäuscrn und unter den auf Kosten der Gemeindenverpflegten Kindern ist die Sterblichkeit noch größer, als unter denKindern der niederen Volksklassc-Z.

Jede Thiergattung vermehrt sich naturgemäß nach Maaßgabedcr UntcrhaltSmittcl, und kann sieh niemals über dieselbe hinaus ver-mehren. Aber in einer civilisirten Gesellschaft kann der Mangel anNahrungsmitteln nur unter den unteren Nolköklassen einer weiterenVermehrung der Menschen Schranken setzen, und er kann dicS nurdadurch, daß er einen großen Theil der Kinder, die ihre fruchtbarenEhen hervorbringen, tobtet^).

Die reichliche Belohnung der Arbeit nun, die jene in Standsetzt, für ihre Kinder besser zu sorgen und also eine größere Anzahlderselben durchzubringcn, bewirkt natürlich eine Erweiterung undAusdehnung jener Schranken. Es verdient auch bemerkt zu werden,daß sie dies möglichst genau nach dem Verhältnisse thut, welches sichMis der Nachfrage nach Arbeitern crgicbt. Wenn diese Nachfrage instetem Wachsen ist, so muß die Belohnung der Arbeit nothwendig soü'cit zu Heirathen und Vermehrung der Arbeiter ermuntern, daß diese«ahlreich genug werden, um der stets wachsenden Nachfrage durchch>e stets wachsende Volksmenge zu entsprechen. Wäre die Beloh-nung einmal geringer, als es für diesen Zweck nöthig ist, so würdeMangel an Händen sie bald in die Höhe treiben, und wäre sieiu einer andern Zeit größer, so würde die unmäßige Vermehrung dergieren sie bald wieder auf ihren nothwendigen Satz herunterbringen.