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zu einem solchen Stande erziehen zu lassen, der vielmehr gänzlichDenen überlassen würde, die ihre Erziehung öffentlichen Stiftungenverdankten und wegen ihrer Menge und Dürftigkeit im Allgemeinenfroh sein müßten, wenn sie einen jämmerlich kleinen Lohn erhielten-Das würde dann den jetzt so achtbaren Stand des Rechtsgelehrtcnund Arztes völlig herabwürdigen.
Jene unglückliche Klasse von Menschen, die man gewöhnlichGelehrte nenne, befindet sich ziemlich genau in derjenigen Lage, inwelcher Aerzte und Ncchtögelehrte wahrscheinlich sein würden, wenndie obige Voraussetzung Statt hätte. Allerwärts in Europa sinddie meisten derselben für den Küchendienst erzogen worden, wurdenaber durch verschiedene Gründe gehindert, in den heiligen Stand zutreten. Sie haben also ihre Bildung in der Regel auf öffentlicheKosten erhalten, und ihre Menge ist überall so groß, daß sie gewöhn-lich den Preis ihrer Arbeit auf eine höchst lumpige Belohnungherabbringt.
Vor der Erfindung der Buchdruckerkunst bestand die einzigeArbeit, durch die ein Gelehrter mit seinem Talente Etwas erwerbenkonnte, darin, daß er öffentlicher oder Privatgclehrtcr wurde, oderdaß er anderen Leuten die wissenswcrthcn und nützlichen Kenntnissemittheilte, die er sich erworben hatte; auch ist dies immer noch einehrenwcrthcrcs, nützlicheres Geschäft, als das eines Menschen, derfür einen Buchhändler schreibt, wozu die Buchdruckcrkunst Veran-lassung gegeben hat. ES wird wenigstens eben so viel Zeit, Stu-dium, Geist, Kenntnisse und Fleiß dazu erfordert, aus Einem einenausgezeichneten Lehrer der Wissenschaften zu machen, als nöthig ist,damit Einer ein ausgezeichnet großer Arzt oder Ncchtsgelchrtcr werde.Dagegen steht der übliche Lohn eines hervorragenden Lehrers in kei-nem Verhältniß zu dem eines Rechtsgelehrtcn oder Arzteö, weil daSGewerbe dcS einen mit dürftigen Leuten, die auf öffentliche Kostendazu herangebildet worden sind, überfüllt ist, während in die beidenanderen Gewerbe sich nur Wenige eindrängen, die nicht von ihremeigenen Gelde studirt haben. So klein aber auch der übliche Lohnöffentlicher und Privatlehrer erscheint, so würde er doch ohne Zweifelnoch geringer sein, wenn nicht die Coneurrenz jener noch dürftigerenGelehrten, die für Brot schreiben, von dem Markte verschwände.