111
viel Geld aus; nun nehme man an, daß er diese Summe zu ersparen suche, so istes Loch wohl einleuchtend, daß er dies auf keine andere Weile bewirken kann, alswenn er seine Diener fortschickt, und selber sein eigener Kutscher, Bediente, Kochund Waschfrau wird, und thut er das, so wird er, wie sich leicht einsehen läßt,seine Gcwinnste nicht nur nicht vermehren, sondern auf eine elende Kleinigkeit her-unterbringen. Ohne Zweifel wird sich Einer ruinircn, der zu viele Diener oderzu viele Pferde hält; aber dann liegt der Fehler in dem llebermaaß, und nicht in derArt von Arbeit, die er erhält. Smith'S Bemerkungen in diesem Kapitel vertragensich auch gar nicht mit Dem, was er über die Theilung von Arbeiten sagt; denn esist offenbar eben so vorthcilhaft, daß es verschiedene Klaffen gebe, die die Funk-tionen der Magistratspersoncn, Juristen, Aerzte, Dienstboten u. s. w. versehen,als daß die verschiedenen Zweige der Industrie von besonderen Klaffen besorgtwerden. Mae Culloch.
3) Die zu abstrakte Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeitgilt heute für eine» Hauptirrthum. Smith dachte nur an die materielle Arbeit, ohnedadurch die Wichtigkeit der Dienste zu verkennen, welche die Meisten unter Denen,die er als unproduktiv ansieht, der Gesellschaft leisten. Er vergleicht mit Rechteine mit vielem Aufwand von Arbeit und Zeit zu einem schwierigen und Sorg-falt erfordernden Geschäfte erzogenen Menschen mit einer kostspieligen Maschine,deren Eigenthümer wegen des auf sie verwendeten größeren Kapitals zu größerenGewinnstc» berechtigt ist. Die Arbeit, welche dem Menschen die kostspielige Erzie-hung verschaffte, ist folglich eben so eine produktive Arbeit gewesen, wie diejenige,durch welche die Maschine zu Stande kam. Mithin ist jene nützliche Arbeit eineProduktive. Die Gesellschaft verzehre nicht blos materielle Produkte, stc bedarfauch geistiger Genüsse, Kunstgenüsse, staatliche» Schutz, gerade so, wie sicBrot undKleider braucht. Smith wußte das auch wohl, und hat in seiner berühmt gewor-dene» Unterscheidung mehr einen Wort- als einen Gcdankcnfehlcr begangen.Indem man seinen Irrthum wieder gut macht, muß man sich jedoch hüten, indenselben Fehler zu verfallen, und die Sache bis zu bedeutungslose» Subtilitätenzu treiben. Man muß nicht deshalb, weil Smith den produktiven Charakter ge-wisser Arbeite» verkannt hat, nun überall Nichts als Producenten sehen; denn wen»die Unterscheidung des Begründers der politischen Oekonomic auch zu abstrakt ist,sv ist sie doch nichts desto weniger thcilwcisc wahr. Die Wiffenschaft darf denNa,neu produktiver Arbeiter nur denjenigen geben, die den Zweck haben, wirklicheund legitime Bedürfnisse (gleichviel, ob materielle oder immaterielle) zu befriedigen.
Blangu i.
4) Obgleich Smith die Ideen der Physiokraten des achtzehnte» Jahrhunderts
'» Betreff des Reinertrages (>»'»<>>»! not) nicht theilt, so sieht man doch, daß dieseIdeen einige» Einfluß auf ihn geübt haben. Blanqu i.
li) Gegenwärtig erstreckt sich der Handel von Paris nicht nur über das Gebietder Stadt, sonder» auch über die Grenzen des Staates hinaus. Man kann dieProdukte, die diese Hauptstadt in die Departements oder in's Ausland sendet, aus"'ehr als hundert Millionen Francs veranschlagen. Blanqui.