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6) Dic Furch! vor Mangel, die Bcsorgniß Wege» der Zukunft, das Verlange»,sich für unvorhergesehene Fälle sicher zu stellen, das sind natürliche Neigungen desMenschen, deren Grund man nirgends anders zu suchen hat, als in der Indivi-dualität selbst. Es folgt daraus, daß der Mensch in jeder Lage geneigt ist, nichtAlles, waö ihm zu Gebote steht, auf der Stelle zu verzehren, und daß er sich soeinrichtet, daß er von seinem heutigen Vorrath einen Theil für den folgenden Tagzurücklegt. So wird den» nicht Alles, was producirt worden, unmittelbar durchdic Konsumtion wieder zerstört, und es erhält sich ein Ucbcrschuß, der einen immcrmehr zunehmenden Vorrath bildet. Einen anderen direkten Grund für dic steteZunahmc der Masse vcrzchrbarcr Gegenstände giebt es nicht, und kann es nichtgeben. Wie groß auch dic Produktivkraft der Arbeit und wie stark auch das jähr-liche Einkomme» sein »lochte, so würde doch, wenn alles Einkomme» eben so raschaufgezehrt würde, als es hervorgebracht wird, dic Summe des in der Gesellschaftvorhandene» Reichthums am Ende des Jahres die nämliche sein, dic sie am An-sauge war. Wenn der Gruudcigcuthümer im Laufe des Jahres sein gesamnitcsEinkommen verzehrt, wie er denn das Recht dazu hat, und es auch thun kann,ohne sich arm zu machen; wenn der Fabrikant oder Kaufmann alle seine Gewinnstcsogleich aufzehrt, so wie sie eingehe», und wenn der Arbeiter seinen Loh» gleichnach Empfang verbraucht, so wird, wie groß auch Einkomme», Gewinnstc undArbeitslohn sei» mögen, dic Gesellschaft zwar reichlich versorgt sein, aber der Na-tionalrcichthum nicht dic mindeste Vermehrung erfahren haben.
So verhält sich jedoch dic Sache durchaus nicht. Der ausgabcusüchtigstcEigenthümcr, der alle Bequemlichkeiten liebende Industrielle wird doch immereinen Theil von Dem, was er zu verzehren das Recht hätte, auf die Seite lege».Mau kann sogar sagen, daß er, wen» er nicht so handelte, nicht alle seine Bedürfnissebefriedigen würde: denn jener Hang zu sparen ist ihm eben so natürlich als seineandere» Bedürfnisse. Je civilisirter dic Gesellschaft ist, desto allgemeiner ist dieserHang, und es finden sich nur wenige Ausnahme», dic durch die Sparsamkeit derGeizigen, welche ihre Ersparnisse weit über die gewöhnliche Vorsicht hinaus treibe»und eine Lust daran finde», sich harte Entbehrungen aufzulegen, mehr als aus-geglichen werden. Die Familicnbaude, dic Liebe und die Pflichten unterstützendiesen Hang; es gefällt sich der Mensch Karin, eiuc Zukunft reich auszustatten, anwelche er sich durch dic süßesten Empfindungen gebunden fühlt.
Unter diesem Gesichtspunkte hat Smith das Sparen der Einzelnen betrachtet,und die Wirkungen, die dasselbe auf dic Vermehrung des allgemeinen Reichthumsübt, dargelegt. Einige nettere Schriftsteller aber, dic dc» Sinn dcö Wortes„Sparen" durchaus mißverstanden, habe» ihm eben so falsche als widersprechen"Gedanken untergeschoben. Sie glaubtet, in seiner Lehre die Vorschrift zu findet',wenig zu consumircu und viel zu produciren.
Das Spare», um sich zu bereichern und aus ökonomischen Rücksichten, darfnicht mit Eingcschränkthcit und völliger Enthaltsamkeit verwechselt werden. Letz<tcrcs bringt in der Eonsumtio» eine Leere chcrvor, dic es durch kein anderes Ver-lange» wieder ausfüllt, wogegen das Spare» die allgemeine Eonsumtio» durchaus