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thun, kann man doch wogen der Rücksicht, die Jeder auf sein eigenesInteresse nimmt, überzeugt sein, daß es keineSwcges so häufig ge-schieht , als man es sich wohl denken möchte. Man frage einen rei-chen Mann von gewöhnlichem Verstände, an welche Art Leute er seinemeisten Fonds verliehen habe, an solche, von denen er glaubt, daßsie sie gewinnbringend anlegen werden, oder an solche, die sie müßigverthun, und er wird Einen auslachen, daß man sich's einfallen läßt,ihm eine solche Frage vorzulegen. Selbst unter den Borgern, einerKlaffe von Leuten, die eben nicht wegen ihrer Sparsamkeit berühmtsind, ist daher die Zahl der Sparsamen und Fleißigen weit größer,als die der Verschwenderischen und Faulen.
Die Einzigen, denen oft geborgt wird, ohne daß man erwar-tet , sie würden einen sehr gcwinnrcichcn Gebrauch davon machen,sind die Gutsbesitzer, die Hypotheken aufnehmen. Doch borgenauch sie kaum jemals zu dem Zwecke, um es zu verthun H. Wassie borgen, ist, kann man sagen, gewöhnlich schon ausgegeben, ehesie es borgen. Sie haben in der Regel schon so viele Waaren, dieihnen von den Krämern und Handelsleuten auf Credit gegeben wur-den, verzehrt, daß sie es nöthig finden, ein Darlchn aufzunehmen,um ihre Schulden damit zu bezahlen. Das geborgte Kapital erstat-tet jenen Krämern und Handelsleuten die Kapitalien wieder, welchedie Gutsbesitzer auS den Renten ihrer Güter nicht hätten ersetzen kön-nen. Es ist also eigentlich nicht zu dem Zwecke geborgt, um ver-than zu werden, sondern um ein Kapital wieder zu erstatten, welchesIchon früher verthan worden.
Fast alle Darlehnc werden in Geld, sei es Papier, oder Goldu»d Silber gemacht; was der Borger aber wirklich braucht, undtvas der Darleiher ihm in der That verschafft, ist nicht das Geld,sondern des Geldes Werth, oder die Güter, die er damit kaufensn>m. Wenn er es als einen zur unmittelbaren Consumtion be-stimmten Vorrath braucht, so sind cS jene Güter allein, die er alswichen Vorrath gebrauchen kann. Wenn er cS als ein industriellesCapital nöthig hat, so sind es wieder diese Güter allein, welche dem^ewerbthätigen die Werkzeuge, Materialien und Lebensrnittel, deren^ ;um Betriebe seiner Arbeit bedarf, verschaffen. Mittelst des Dar-^h»s überweist der Darleiher dem Borger so zu sagen sein Recht auf