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Republik vor. Das Volk schrie nun nach Land, und die Reichenund Großen waren, wie man sich denken kann, ganz entschieden,ihm Nichts von dem ihrigen abzutreten. Um es daher cinigermaaßcnzu befriedigen, brachten sie oft die AuSscndung einer neuen Koloniein Vorschlag. Indeß hatte das Eroberungen machende Rom auchin solchen Fällen nicht nöthig, seine Bürger so zu sagen aus gutGlück in die weite Welt hinauszuschicken, ohne daß sie wußten, wosie sich niederlassen sollten. ES wies ihnen gewöhnlich Ländcrcicnin den eroberten Provinzen Italiens an, wo sie, weil sie innerhalbdcö Gebiets der Republik blieben, niemals einen unabhängigenStaat bilden konnten, sondern höchstens eine Art von Korporationausmachten, die zwar die Befugniß hatte, Gemcindcgcsetzc für ihreinnere Verwaltung zu geben, im Ucbrigcn aber doch immer der Auf-sicht, Gerichtsbarkeit und gesetzgebenden Gewalt der Muttcrstadtunterworfen blieb. Die Aussendung einer solchen Kolonie that nichtnur dem Volke einiges Genüge, sondern brachte auch oft eine Artvon Besatzung in eine neu eroberte Provinz, deren Gehorsam sonstzweifelhaft gewesen wäre. Sonach war eine römische Kolonie so-wohl in Betreff ihrer Einrichtung als in Betreff der Beweggründezu ihrer Anlegung von einer griechischen völlig verschiede». Auchhaben die Wörter, welche in ihren Sprachen diese Einrichtungenbezeichneten, ganz verschiedene Bedeutung. Das lateinische Wort(6ol<»ii») bezeichnet bloß eine Pflanzung. Das griechische Wort(«rrorxttt) bezeichnet hingegen eine Trennung vom alten Wohnsitze,eine Abfahrt aus der Hcimath, ein Verlassen dcö Hauses. Wennaber auch die römischen Kolonien in mancher Beziehung von dengriechischen verschieden waren, so war doch das Interesse, welches zuihrer Anlegung bewog, gleich einfach und klar. Beide hatten ihrenUrsprung in einer unabänderlichen Nothwendigkeit oder in einemoffenbaren und einleuchtenden Nutzen H.
Die Anlegung der europäischen Kolonien in Amerika und West-indien entsprang aus keiner Nothwendigkeit, und wenn auch der ausihnen hervorgehende Nutzen sehr groß gewesen ist, so war er doch ' ?
keinesweges so klar und einleuchtend. Man erkannte ihn bei derersten Anlegung nicht, und er war auch weder der Beweggrund zudieser Anlegung selbst, noch zu den Entdeckungen, welche dazu führ-