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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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heil entdecken läßt, und der folglich nur zu Spitzfindigkeiten undSophistereien Anlaß geben kann, wurde mit der größten Sorgfaltbearbeitet.

Nachdem diese beiden Wissenschaften so einander entgegengesetztworden waren, gab ihre Vergleiche»^ natürlicherweise einer dritten,der sogenannten Ontologie, d. h. der Wissenschaft, welche von denGegenständen der beiden anderen Wissenschaften gemeinschaftlichenQualitäten und Attributen handelt, ihren Ursprung. Aber wennschon Spitzfindigkeiten und Sophistereien den größten Theil derMetaphysik oder Pneumatik der Schulen ausmachten, so war dasSpinngewebe der ontologischen Wissenschaft, die man auch zuweilenMetaphysik nannte, ganz und gar daraus zusammengesetzt.

Der Gegenstand, welchen die alte Moralphilosophic zu unter-suchen vorhatte, war die Frage, worin die Glückseligkeit und Voll-kommenheit des Menschen bestehe, sowohl wenn man ihn als einIndividuum, als wenn man ihn als Glied einer Familie, einesStaates oder der großen menschlichen Gesellschaft betrachtet. Indieser Philosophie wurden die Pflichten im menschlichen Leben alsdie Mittel zur Erlangung menschlicher Glückseligkeit und Vollkom-menheit behandelt. Aber als sowohl die Moral- als die Natur-philosophie bloß als der Theologie dienende Wissenschaften gelehrtwurden, behandelte man auch die Pflichten im menschlichen Lebenals bloße Mittel zur Glückseligkeit in einem künftigen Leben. Nachder alten Philosophie hieß es von der vollkommenen Tugend, daß sieihrem Besitzer schon in diesem Leben die vollkommenste Glückseligkeitbringen müsse. Nach der neueren Philosophie hieß es oft, daß siegemeiniglich oder fast immer mit der Glückseligkeit in diesem Lebenunvereinbar sei, und der Himmel mußte durch Buße und ErtödtungdeS Fleisches, durch mönchische Kastciungcn und Dcmuthsübungen,nicht aber durch ein freies, edles und muthigcs Betragen des Men-schen erworben werden. Kasuistik und aScctische Moral waren mei-stenthcilö die Hauptsache in der Moralphilosophic der Schulen. Sowurde der bei Weitem wichtigste Zweig der Philosophie zum allcr-verdvrbcnsten.

Folgendes war also der gewöhnliche Lchrplan deö philosophi-schen Unterrichts auf den meisten europäischen Universitäten. DieIV. 7