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Streitigkeiten unter ihnen hätte schlichten und mit untrüglicher Auto-rität die genauen Grenzen der Rcchtgläubigkcit für alle bestimmenkönnen. Wenn daher die Anhänger der Reformation in dem einenLande mit ihren Glaubenöbrüdcrn in einem anderen uncinö wurden,so konnte der Streit, da es keinen Richter gab, an den man hätteappcllircn können, niemals entschieden werden. Solcher Streitig-keiten entstanden aber viele unter ihnen. Vielleicht am Wichtigstenfür den Frieden und die Wohlfahrt der bürgerlichen Gesellschaft warderjenige Streit, der daS Kirchenregiment und daS Recht, die geist-lichen Aemter zu vergeben, betraf. Dieser gab daher auch den bei-den Hauptpartcicn oder Hanptscktcn unter den Anhängern der Re-formation , den Lutheranern und den Kalvinistcn, den beiden ein-zigen Parteien, die bis jetzt in europäischen Ländern durch Gesetzeeingeführt sind, ihre Entstehung.
Die Anhänger Luthers , so wie die sogenannte englische Kirche,behielten mehr oder weniger vom bischöflichen Kirchenregiment bei,errichteten unter ihrer Geistlichkeit eine Rangordnung, gaben demLandcöhcrrn das Recht, alle BiSthümcr und andere Konsistvrial-pfründen in seinem Lande zu vergeben, und erhoben ihn dadurchzum wahren Haupte der Kirche: denn ob sie gleich dem Bischöfenicht das Recht entzogen, die kleineren Pfründen in seinem Sprengelzu ertheilen, so übcrlicjicn sie doch auch bei diesen letzteren sowohldem Landesherr,! als allen anderen Kirchcnpatroncn das Präscnta-tionSrecht, ja hielten sogar sehr darauf, daß dieses Recht jederzeitausgeübt würde. Diese Art des Kirchcnregimcntö war von Anfangan dein Frieden und der Ordnung, so wie der Untcrthänigkcit gegenden Landesherr,! sehr günstig. Sie hat niemals zu eine»! Aufruhroder zu inneren Unruhen Anlaß gegeben. Besonders hat sich dieenglische Kirche immer mit vollem Rechte sehr der unverbrüchlichenGesetzlichkeit ihrer Grundsätze gerühmt ^). Unter einem solchenKirchenregiment sucht sich die Geistlichkeit natürlich dem Fürsten , demHofe und dein hohen und niederen Adel des Landes gefällig zu ma-chen, da sie gerade von ihrem Einflüsse Beförderung zu hoffen hat. Aller-dings macht sie diesen Patronen zuweilen durch die niedrigste Schmeiche-lei und Kriecherei den Hof, aber oft sucht sie ihnen auch durch alledie Künste zu gefallen, welche die Achtung vornehmer und reicher