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Bayern beim Tode Friedrichs II. von Hohenstaufen : Festschrift zum Wittelsbacherjubiläum und Programm zur Schlussfeier des Schuljahres 1879/80 an der Königlichen Kreis-Realschule München / von Adalbert Schoettl
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exkommunicicren wir ihn und belegen ihn mit dem Bande desFluches. Weil dann noch Friedrich nach seinen Thaten undden Angaben glaubwürdiger Zeugen auf der ganzen Welt schwerbelastet ist, dass er sich nicht im rechten katholischen Glaubenbefinde, so werden wir mit Gottes Hilfe seiner Zeit gegen ihnVorgehen, wie es Rechtens ist.*)

Das sind also die Anklagen, die auf Friedrichs Haupt ge-schleudert wurden. Merkwürdig ist, dass soviel von der Ver-letzung materieller Interessen, von pekuniären Benachteiligungendie Rede ist. Diese Beschuldigungen widerhallten im ganzenAbend lande, und die erbittersten Gegner säumten nicht, derennoch mehrere zu erheben und in dieser Beziehung den letztenPunkt auszunutzen.**) Friedrich blieb die Antwort nicht schuldig,jede Rücksicht setzte er ausser Augen. Der Kampf wird nunüber alle Massen tückisch und grausam von beiden Seiten geführtund benetzte den Roden Italiens mit Blut in Strömen. Auf derHöhe von Meloria wurde die genuesische Flotte 1241 unter Wil-helm Ubriacchi von dem Admiral und Günstling des KaisersAnselrao de Mari teils vernichtet, teils erbeutet und die daraufbefindlichen Prälaten gefangen genommen. Faenza, Fano, Spoleto ,Tivoli , Monteforte fallen; um Rom schliessen die Heere des Kaisersden eisernen Kreis. Gregor, der hundertjährige Greis, war desewigen politischen Gezänkes müde geworden, von der Welt hoffteer keine Hilfe mehr, die nur der Ewige, wie er glaubte, mehrbieten könnte. An die gefangenen Prälaten richtete er noch dieWorte:Lasst euch nicht durch die wechselnde Erscheinung derGegenwart betäuben; seid im Unglück nicht verzagt, im Glücknicht stolz; vertraut auf Gott und traget seine Prüfungen mitGeduld. Das Schifflein Petri wird zwar bisweilen durch Stürmefortgcschleudert und gegen Felsen getrieben; aber in kurzemtaucht cs wieder auf und segelt unverletzt auf der geglättetenFläche.

Diese seine Hoffnung sollte er nicht mehr in Erfüllung gehen

*) Chroniken Alborti Ahhatis Stadensis ad ann. 1250.

*) Siehe darüber Chron. Udalr. August zu 1245. Chron. S. Petri*u 1252 Raumer. IV. öl. 20.').