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Bayern beim Tode Friedrichs II. von Hohenstaufen : Festschrift zum Wittelsbacherjubiläum und Programm zur Schlussfeier des Schuljahres 1879/80 an der Königlichen Kreis-Realschule München / von Adalbert Schoettl
Entstehung
Seite
50
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Verzeichnis einen tiefen Einblick in das geistige Leben und dasStudium der Kloster in dieser Zeit, Wahrlich ein hingebenderEifer und feuriger Wissensdrang hatte dazu gehört, einen solchenreichen Schatz zu sammeln.

Diese Bücher hatten neben ihrem wissenschaftlichen Wertaber auch noch eine künstlerisch-ilsthetische Bedeutung. Manbegnügte sich nicht mit schönen, reinlichen Abschriften, sondernschmückte die Werke mit kostbaren Initialen und kunstreichenBildern. So ist es besonders Bayern , das sich durch seine reich-geschmückten Handschriften auszeiehnct. Der Mönch Konrad vonScheicrn mit dem Beinamen Philosophus war nicht nur ein trcll-lichor Gelehrter, sondern auch ein tüchtiger Zeichner und Maler,wohl einer der vorzüglichsten Vertreter der romanischen Periodein unserer deutschen Malerei."') Ausser den schon oben erwähntenZeichnungen enthalten die 5 auf der Münchener Staatsbibliothekvon Konrad herrührenden Codices zweimal Maria mit dem Kinde,dann mit dem Peplum angethan, Christus am Kreuz, die Auf-erstehung, die Freuden und Leiden Mariens und ihre Krönungdurch Christus, ferner die sieben freien Künste, die BestürmungJerusalems ('Illustration zu seiner Handschrift des Joscphus Fln-vius* 1 ') und ein Weib, das einem Drachen zu entfliehen sucht.Eine weitere mit kunstvollen Bildern geschmückte Handschrift,die aus der Mitte des 13. Jahrhunderts aus Bayern stammt, isteine Handschrift der Eneit von Heinrich von Veldeko, derenIllustrationen durch die Lebendigkeit der Darstellung und Cha-rakterisierung sich auszcichnete, wenn auch die Richtigkeit derZeichnung manches zu wünschen übrig lässt."'**) Das Gedichtdes bayrischen Dichters Wernher von Tegernsee , das Leben Marias,hat sich gleichfalls illustriert erhalten und zeichnet sich durchnaive Auflassung und ruhige Anmut nus.-j-)

Wie man die Bücher mit farbenprilehtigen Initialen schmückte,so die Gotteshäuser mit bunten, lichtstrahlenden Fenstern. Bayern

*) Oberbayr. Archiv 11. 17G.

**J Cod. Schir. 1. der Münchner Staatsbibliothek,

Kugler, Handbuch der Kunstgeschichte 52‘J.f) König 48.