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ablagert. Wenn aber feine Gewässer diese Laufhindernisse nicht wegzu-nehmen vermögen, so stürzen sie sich dann mit Ungestüm auf die Ufer,und verbreiten da Verwüstung und Schreken, was man eine Ueber-schwemmung nennt.
Solche Verwüstungen hat der Rhein in den frühesten Zeiten schonverursacht, so daß derselben in den Chroniken des XIV. JahrhundertsErwähnung geschieht. Diese Verheerungen erneuerten sich von Zeit zuZeit im Laufe der folgenden Jahrhunderte, und besonders fanden vielesolche im XVlll. Jahrhundert statt. Es schwemmten nämlich der Rhein und die Tamina im Jahr 1762 nach dreitägigem Regenwetter 16 Häuserin Ragaz weg; weiter unten, bei Oberried, stürzte sich der Rhein aufdas Rheinthal, und es stieg dessen Wasser bis zu einer Höhe von 12bis 15 Fuß, so daß man die Menschen mit Schiffen und Flößen rettenmußte. Noch weiter unten wurde die ganze Gegend zwischen Sennwald und Bregenz bis nach Lindau in einen See verwandelt, den man be-fahren konnte.
Diese Unglüksfälle zwangen die Rheinuferbewohner zu den äußerstenAnstrengungen, um sich vor ähnlichen Verheerungen zu schüzen. Eswurde die Errichtung von 12 Schuh hohen und 8 Schuh breiten Erd-wällen auf eine Streke von 6 Stunden angeordnet. Diese Erderhöhun-gen sollten durch Dämme, Pfeiler und Ouerbauten befestigt werden.
Hiezu verwendete man zur gleichen Zeit mehr als 2000 Arbeiter,allein umsonst, indem alle diese Arbeiten durch die Ueberschwemmungender Jahre 1768, 1769 und 1770 zernichtet wurden. Im leztern Jahrekam die ganze Gegend bis auf Balgach und Bernek unter Wasser. InWidnau stand das Wasser 5 Fuß hoch im Pfarrhause.
Alle diese Kalamitäten veranlaßten die Ortsbehvrde, einen Technikerin der Person des Hs. Konrad Römer von Zürich zu Rathe zu ziehen,und es wurde von diesem das erste regelmäßige Studium für die Rhein-korrektion vorgenommen.
Römer verfertigte eine Karte von den Ufern des Rheins im Maß-stabe von i/isoo«, und bezeichnete darin die anstoßenden Grundbesizthümer,so wie die bereits erstellten Werke. Im Jahr 1770 wurde eine Ueber-einkunft zwischen Werdenberg und dem Fürsten von Lichtechtem zum Zwekeder Eindämmung des Rheins getroffen. Diese Vereinbarung besizt dasBemerkenswerthe, daß sie zum ersten Male dem Flußbette eine Normal-