Band 
Erster Theil. A-D.
Seite
436
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426 Biegsamkeit,

Wenn biegsame Körper auf einem Punkte ruhen,so erhalten sie die Natur eines physischen Hebele, und«S muß daher die Gewalt, mit der sie sieb biegen kön«Ncn, desto größer seyn, je weiter sich die Theile dee fe-sten Körpers von dem festen Punkte entfernen. So lehrtz. B. die Erfahrung, daß ein langer starker Balken, wel-cher an beyden Enden gehörig unterstützt ist, in derFolge der Zeit in der Mitte sich bieget, und eine krum-me Gestalt annimmt. Ein Ereil, an beyden Enden be-festigt, biegt sich in eine krumme Linie, die man in derhöhern Mechanik die Ketten lini e nennt, und welcheso sehr zur Wölbung der Brückenbogen empfohlen wird.Auch biegt sich ein Seil um die Vertiefung der Rollen,an welchem beträchtliche Lasten mittelst einer geringenKraft in die Höhe gezogen werden können. Die Statikzeigt die Gründe, mit welcher Kraft an einem Flaschen-zuge das daran befindliche Gewicht im Gleichgewicht er-halten werde; sie nimmt aber hicrbey an, daß die Seilevollkommen biegsam sind, Da aber diese Vorausset-zung in der Wirklichkeit nicht Start findet, indem dieSeile allemal eine gewisse Unbiegsamkeit behalten, welcheein Hinderniß der Bewegung ist, so muß nothwendig inder Ausübung hierauf Rücksicht genommen werden,wenn man bey jedem besondern Falle beurtheilen will,0b die Last wirklich von der Kraft bewegt werden könne.Amontone war der erste, welcher dies alles durchVersuche gehörig inS Licht setzte. Auck N ol le t stelltedeshalb Experimente an. Und aus diesen Versuchenlassen sich folgende Regeln herleiten. Der von der Un-biegsamkeit der Seile abhängende Widerstand nimmt zu

1. in dem Verhältnisse der Kräfte, welche die Seilespannen;

2 . in dem Verhältnisse der Dicke der Seile, und

Z. im umgekehrten Verhältnisse der Durchmesser derRollen.

Obgleich die Versuche des No Net von dem letztemSatze etwas abzuweichen scheinen, so bleibt doch gewiß,