32
sehr strenge gewesen sein. Der Zwilchkittier wenigstenswusste zu erzählen, dass das Urtheil der St. Antönier eintreffendes war: — „Lueg, der sieht us, wie’n Mehlsack.“
Wir waren am Orte von Catani's mehrjähriger undfür unsere heutige Excursion so spezielles Interesse tra-genden Wirksamkeit. Von hier zog er seelenvergnügthinaus in die Hochgebirgswelt, — hier schrieb er seinegehaltvollen Beiträge in den Sammler. Es sei uns hierum so eher gestattet, Catani’s Leben zu überblicken, alsbisher noch keine Biographie dieses verdienstvollen Natur-forschers aufgestellt wurde. Gehen auch wir mehr nureine Skizze als ein Lebensbild, so legen wir unsere Ent-schuldigung in den Umstand, dass selbst das Wenige nurauf dem mühevollen Wege der Correspondenz gewonnenwerden konnte. Alle andern wichtigen und reichen Quellen:Briefe, Tagebücher etc., wie sie z. B. bei Pool vorhandensind, fehlen hier gänzlich. Die Länge der Zeit hat auchalle Traditionen vernichtet. Die Herren Pfarrer J. Con-rad i n in Lavin, und Dekan L. Herold in Chur unter-stützten die Arbeit wesentlich durch werthvolle Beiträge,wofür wir ihnen den besten Dank aussprechen.
Johann Baptista Catani wurde geboren in Lavin *) den27. Juni 1746. Sein Vater war ein Tischler. Die Familiestammt ursprünglich aus dem Veltlin, flüchtete zur Zeitdes Veltlinermordes (1620) mit andern protestantischenFamilien in die Schweiz und kaufte sich später in Lavinals Bürger ein. Catani studirte zuerst bei einem verwandtenLandgeistlichen in Steinsberg, dann wahrscheinlich längereZeit in Herrenhuth. Aus seiner Studienzeit ist weiter nichtszu erfahren gewesen, als dass er von 1765 auf 66 siebenMonate lang in Zürich studierte, und dann auf der Synode
*) Nicht in Camogask, wie Dr. Wolf in der Pool’schen Biographiemittheilt.