Buch 
17/1925 (1925) Atlasblatt Waiblingen : mit den Umgebungen von Esslingen, Schorndorf, Marbach und Winnenden / unter Zugrundlegung der früheren Aufnahmen von H. Bach und E. Fraas, neu bearbeitet von Paul Vollrath
Seite
10
JPEG-Download
 

10

0,30 m Kalklagen mit Gervilleia.

1,90 m Kalk, unten mit Muscheln.

0,05 m Mergel.

0,85 m Splitterkalk.

1,20 m dünne Kalkplatten und gelbe dolomitische Mergel mit Bonebed.

Unterer Gervillienkalk:

1,80 m Bank der kleinen Terebrateln mit Austern und Lima .ca. 1,70m Tonhorizont:

0,25 m Mergel und Kalkplatten.

0,80 m blauer Kalk mit Sphaerocodien.

0,10 m Mergelkalk.

0,60 m Muschelbank.

Aufschlüsse:

Nördlich Untertürkheim am Ausgang des Diebbachtales. Zahlreiche Aufschlüsse im Neckartal, Berns-,Murr- und Buchenbachtal. In dem von Öffingen nordwestlich zum Neckar gehenden Tälchen mehrere guteAufschlüsse mit der oolithischen Bank an der Untergrenze der Gervillienkalke, gegen den Tennhof hin imGervillienkalk Pemphix Sueuri. Zwischen Waiblingen und Neustadt rechts und links der Berns, ebenso amBand des Bemstales unmittelbar südöstlich Hegnach, sowie am gegenüberliegenden Talsporn, wo eine Über-lagerung der Gervillienkalke durch alte, hochgelegene Bemsschotter zu beobachten ist. Bei Neckarrems ander Straße nach Hegnach. Eine weitere Angabe von Einzelprofllen ist unnötig, da man in den Musehelkalk-tälern wohl kaum lange nach Aufschlüssen zu suchen braucht. Insbesondere sind die Gervillienkalke infolgeihrer vielfachen Verwendungsmöglichkeiten häufig Gegenstand des Abbaues.

3. Der Trigonodusdolomit (dolomitische Kegion) (mod).

Die meisten Brüche in den Gervillienkalken zeigen im Abraum noch die unteren Lagen der dolo-mitischen Region. Die typische Ausbildung derselben finden wir im südlichen Muschelkalkgebiet des Blatt-bereichs, im Rems - und Neckartal. In einer Mächtigkeit von 56 m bildet sie über den Gervillienkalkenmeist eine einheitliche, nur durch wenige Schichtfugen unterbrochene Masse. Das Gestein, ein gelblich-grauer, feinkristalliner Dolomit, der bei der Verwitterung feinsandig-porös wird, hebt sich durch die senk-rechte Klüftung und die Farbe deutlich von den blaugrauen Kalken ab. Lagenweise zeigt sich drüsigeAusbildung, wobei die Hohlräume von zierlichen Dolomitkriställchen ausgekleidet sind.

Die Änderungen 1 ), welche die dolomitische Region auf unserem Blattgebiet erfährt, lassen sich ambesten im Buchenbachtal. beobachten. Schon bei Leutenbach schaltet sich in der unteren Hälfte desDolomits eine kalkige Muschelbank ein, die nach Norden mehr und mehr anschwillt und eine Teilung deseinheitlichen Dolomithorizontes in eine obere, mächtigere und eine untere, schwächer ausgebildete dolo-mitische Lage bedingt. Zugleich läßt sich in der oberen Dolomitregion eine dolomitische Bank ausscheiden,die durch Terebratula vulgaris gekennzeichnet ist. Der Gehalt an MgC03 nimmt nach Norden mehr undmehr ab, so daß das Gestein in einen dolomitischen Kalk übergeht. Die untere Dolomitregion ist inner-halb des Blattgebietes noch in allen Aufschlüssen zu beobachten; aber nur wenig nordwestlich von Marbach ,in der Umgebung von Besigheim , finden wir an ihrer Stelle kalkige Schichten, nur noch andeutungsweiseist dolomitische Ausbildung zu beobachten, die weiter nordwärts auch vollends verschwindet. Die obereDolomitregion hält länger aus; erst bei Lauffen a. N. erfolgt ein Auskeilen derselben. Die Bank mitTerebratula vulgaris aber wird zum wichtigsten Grenzhorizont des oberen Hauptmuschelkalks; sie scheidetdie tieferen Nodosusschichten (mit Ceratites nodosus) von den Uber ihr folgenden Semipartitus-schichten mit dem spitzrückigen Ceratites semipartitus. Der Trigonodusdolomit des Blattes Waiblingenstellt somit nur die dolomitische Ausbildung des obersten Teiles der Nodosusschichten und der unterstenSemipartitusschichten dar und ist nicht als selbständiger Horizont innerhalb des Muschelkalkes aufzufassen.Noch deutlicher wird dies im südlichen Württemberg , wo die dolomitische Ausbildung auch noch dieGervillienkalke ergreift, so daß demnach der Dolomit südwärts auf Kosten der kalkigen Nodosusschichtenanschwillt (vgl. die Angaben in den Erläuterungen zur geolog. Spezialkarte von Württemberg 1:25000,Blatt Dornstetten Dettingen ).

Paläontologisch ist der Trigonodusdolomit äußerst verschieden geartet. Neben vollständig fossilfreienLokalitäten finden sich Stellen, wo sich in kurzer Zeit eine reiche Ausbeute erzielen läßt. TrigonodusSandbergeri ist nur lokal häufiger anzutreffen. Myophoria Goldfussi , M. laevigata , M. intermedia, Gervilleia

1) Die komplizierten stratigraphischen Verhältnisse dieser Schichten lassen sich am besten all der Hand derAbb. 1 S. 13 verfolgen.