Blatt Wolmünster.
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bank entspricht. — In der Klamm gegenüber dem Piffer-Berg bei Wolmünster schiiesstder Voltziensandstein mit einer Bank von dunkelgelbem Sandstein und darüber folgendem0,25 m mächtigem, braunrothem, nach unten grauem Grenzletten ab. Der Muschelsand-stein beginnt auch hier mit einer 0,2 m starken Schicht von grauem Sandstein ohneVersteinerungen, an welche sich die untere Trochitenbank anschliesst: eine 0,2 mstarke Schicht von hellockergelbem Sandstein, welche oben und unten neben einzelnenZweischalern ( Myophoria,?) zahlreiche späthige Bruchstücke von Crinoidengliedern zuje einer dünnen Grenzlage zusammengehäuft enthält. Es folgen etwa l,i m grauer,darüber ebenso viel violetter Thon mit dünnen Sandsteinzwischenmitteln und endlich(gerade an der Stelle, wo sich die Klamm nach oben in zwei grosse Zweige gabelt,deutlich anstehend) eine ungefähr 3,3 m mächtige, wesentlich aus Sandstein gebildeteSchichtenfolge, deren obere, nur 0,i—0,3 m^stark werdende Lagen bräunlich gefärbtund durch Thonzwischenmittel abgetheilt sind, während die tieferen, bis 0,5 m mäch-tigen Bänke voltziensandsteinartiges Aussehen, namentlich hellere Färbungen besitzen,dabei jedoch die bereits oben hervorgehobene, im Voltziensandstein bisher nicht be-obachtete krummschalige Absonderung zeigen. Die Gesammtmächtigkeit der angeführtenSchichten beträgt rund 6 m. In dem Wegeinschnitt zwischen der Klamm und dem obenerwähnten Kreuz sind die tiefsten Bänkchen des Muschelsandsteins ein wenig andersals gewöhnlich entwickelt. Derselbe beginnt hier, wie an der Nordseite des Wegesbeobachtet wurde, mit einer 0,i5 m starken Lage von Muscheln (Gervillia socialis,Myophoria ovata) führendem, bräunlichem Sandstein, welche sich auf 0,2 m mächtigenrothbraunen Grenzletten auflegt und ihrerseits von einem nur 0,o4 m starken Trochiten-bänkchen überlagert wird. Auf letzteres folgt noch ein wenig deutlich und wenig mächtigaufgeschlossener Complex von abwechselnden Thon- und Sandsteinlagen. Das Trochiten-bänkchen führt neben Trochiten und zweischaligen Muscheln anscheinend auch Saurier-reste und besteht aus sandigem Dolomit, dessen vorwaltend hellockergelbe Färbungstellenweise in eine ziegelrothe übergeht. Beim Verwittern entsteht alsdann ein ziegel-rother anstatt, wie sonst gewöhnlich, ein dunkelbrauner Sandstein. Es ist dies fast dieeinzige Stelle innerhalb des ganzen Gebietes der Blätter Wolmünster, Bitsch , Rohrbachund Bliesbrücken, an der Färbungen im Muschelsandsteincomplex beobachtet wurden,welche auch bei genauer Kenntniss der Ausbildung der Schichten zu Verwechselungenmit denen des Voltziensandsteins Anlass geben könnten. — An der Schweyen-Mühlebesitzt die untere Trochitenbank ein helleres Aussehen als gewöhnlich. Sie ist hier alsgelblichbrauner bis hellgelber Sandstein entwickelt, welcher neben zahlreichen Abdrückenvon Trochiten solche von Ostrea complicata, Pecten laevigalus, Limen und anderenMuscheln, darunter auch Spiriferina fragilis führt. Eigenthümliche längliche, parallelzur Schichtfläche verlaufende Vertiefungen sehen Bohrgängen von Bohrmuscheln nichtunähnlich.
Das bis ins einzelne untersuchte und ausgemessene Profil von der Nordwestseitedes Feldweges Wolmünster-Eppingen haben wir, weil es ganz besonders lehrreich ist,nachstehend ausführlich mitgetheilt, und wir werden noch einige specielle Bemerkungenan dasselbe knüpfen.