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fBlatt Wolmünster.
die Zone der Terebratelbänke und der Wellenmergel mit dem Anschluss an die höherenund tieferen Schichten. Wir geben die vollständigen Durchschnitte, auf deren tiefereTheile bereits an früherer Stelle Bezug genommen ist, unter 7 und 8 ausführlichwieder, da sie als typische Beispiele der Entwickelung der ganzen von uns unterschie-denen unteren (bezw. unteren und mittleren) Abtheilung des unteren Muschelkalksgelten können und gleichzeitig zeigen, innerhalb welcher, im ganzen recht enger Grenzenetwa die Unsicherheiten in der Parallelisirung der einzelnen Bänke verschiedener Profilesich bewegen. Bei der Vergleichung der beiden Profile kann man lediglich etwas imZweifel bleiben, ob in 8 richtiger die etwa 5 m unter der Pentacrinusbank verlaufendeMyacitenbank oder die nächste darunter folgende Terebratelbank als Grenzbank zwischenden eigentlichen Terebratelschichten und den Wellenmergeln (d. h. als Aequivalent derMyaciten-Gervillien-Bank in 7) aufzufassen sei. Nach der ersteren Auffassung würdedie Mächtigkeit der Schichten von der oberen Terebratelbank aufwärts bis zur Wellen-mergelgrenze in beiden Profilen so gut wie gleich sein, während nach der von unsgewählten Nebeneinanderstellung der Profile die Mächtigkeit der Wellenmergelzone inbeiden näher übereinstimmend erscheint. Im übrigen sind alle wichtigeren Bänke mitLeichtigkeit zu vergleichen.
Eine ausserordentlich ähnliche Schichtenfolge wie in 7 gewahrt man in denbeiden längeren Wasserrissen, welche sich östlich von den Aebitissin-Büschen oberhalbdes Nadelwaldes, von der Grenze des letzteren bis dicht an den oberhalb vorüber füh-renden Weg heran erstrecken, nur dass in dem nördlicheren der beiden Aufschlüssedicht über der oberen Hauptbank mit Terebratula noch verschiedene dolomitische Lagenin den Mergeln auftreten, wie auch anderseits daselbst nahe über der unteren Haupt-bank ein Terebratelbänkchen erscheint. Letzteres, welches eine Mächtigkeit von 0,i maufweist und von der Haupt-Terebratelbank durch 1,2 m graue schiefrige Mergel vonziemlich weicher Beschaffenheit getrennt wird, ist von sandigem bis mergeligem, bräun-lich gefärbtem Dolomit mit Gervillien und einzelnen Terebrateln gebildet. An beidenStellen kommen Spiriferinen in der oberen Terebratelbank vor.
Für das Auftreten eines scharf begrenzten Terebratelbänkchens nicht tief untereiner ebenso bestimmt unterschiedenen oberen Terebratelbank liefert das wegen andererVerhältnisse weiter unten noch hervorzuhebende, auf Seite 47 mitgetheilte Profil 10ein gutes Beispiel, und genau die durch dieses Profil veranschaulichte Entwickelung derTerebratelschichten zeigt sich, abgesehen von unerheblichen Abweichungen in denMächtigkeiten, im obersten Theil des östlichen Zweiges der oben schon genanntenDoppelklamm gegenüber dem Piffer-Berg bei Wolmünster, Das zwischen der Vereini-gungsstelle der beiden Zweigklammen und dem Höhenpunkt 271,8 aufgeschlossene, aufSeite 23 angeführte Profil durch die Trochitenzone setzt sich in der Ostklamm durch16,2 m Mergel fort, welche — oben lichtgrau und leicht zerfallend, unten dunkler grau— mit untergeordneten dünnen, versteinerungsarmen Sandsteinbänken abwechseln unddicht unter der oberen Grenze Myaciles Fassaensis in zahlreichen, Myophoria cardis-soides in einzelnen Exemplaren führen. Es folgen eine 0,3 m mächtige Haupt-Tere-bratelbank (körniger Dolomit) mit Terebratula, Lima , Encrinus, Chemnitzia, sodann3,3 m vorwaltend liehtgraue Mergel, endlich obere Terebratelbänke, nämlich: zunächsteine 0,i m mächtige Platte von hartem, dichten, «glasplatten»-ähnlichem Dolomit, derenobere Schichtfläche mit stellenweise sehr zahlreichen Exemplaren von Terebratula,Myacites, Lima lineata, Chemnitzia Schlotheimi u s. w. sowie einzelnen Stacheln vonCidaris grandaeva bedeckt ist, und weiter durch 1,2 m Mergel getrennt, nochmals eine