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28/E (1891) Erläuterungen zu Blatt Wolmünster / von Dr. E. Schumacher
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Blatt Wolmünster.

Die tieferen Schichten des Complexes stehen oberhalb der Schlanglinger Klammam Wege nach dem Sesserling (vergl. Prof. 8 a) sowie an dem von Eschweiler nachOlsberg führenden Wege an. Gerade an der Kreuzungsstelle des letzteren mit der Land-strasse streicht die untere Schaumkalkmasse im Strasseneinschnitt aus, und oberhalb derKreuzungsstelle sind noch mehrere Meter Wellenkalk mit dichtem Bruch deutlich an-geschnitten. Auch am «Kleinbirk» südöstlich von Schweyen lässt sich die Ent-wickelung der Schaumkalkzone und ihr Verhältniss zur Wellenkalkzone zum Theilziemlich gut verfolgen, da die Schichten hier teils durch den Weg, welcher den Waldnach Westen begrenzt, angeschnitten werden, theils durch alten Steingrubenbau einiger-maassen aufgeschlossen sind, üeber der nur durch lose umherliegende Stücke ange-zeigten, an der Nordwestecke des Waldes verlaufenden Pentacrinusbank trifft man beimAnsteigen nach Süden gegen den Grossen-Wald zunächst Wellenkalke mit schaumkalk-artigem, d. b. körnigem Bruch, welchen dunkelgelbe, dichte Dolomite eingelagert sind.Die Mächtigkeit der Wellenkalkzone beträgt jedenfalls etwa 5 m. Dann folgen Schaum-kalklagen (untere Schaumkalkmassc) und über denselben Wellenkalk mit dichtem Bruchund schlangenförmigen Wülsten auf den Schichtflächen, welche reichlich MyacitesFassaensis und Alberta , Lima lineata, Gervillia socialis, Myophoria vulgaris undcardissoides, Encrinus- und Pentacrinus -Glieder führen. Manche ganz poröse Bänkewimmeln von letzteren.

Endlich kommen hier noch besonders in Betracht die Aufschlüsse an der Strassevon Breidenbach nach Schweyen, am Höh-Wäldchen und unterhalb desselben, derenVerhältnisse durch die nachstehenden Profile 11 und 12 ausführlich erläutert werden.Profil 12 zeigt uns die Schichtenfolge von den obersten Lagen der Wellenkalkzoneaufwärts durch die Schaumkalkzone hindurch (welche hier eine untere und eine obereSchaumkalkmasse deutlich entwickelt zeigt) bis in die Orbicularis-Schichten hinein, derenBesprechung noch erübrigt. Das wesentlich gleiche Verhältnisse aufweisende Profil 11bezieht sich auf zwei, in dem vom Nordrand des Höh-Wäldchens und der genanntenStrasse gebildeten spitzen Winkel gelegene kleine Brüche, von welchen der eine imJahre 1885 eröffnete 1888 wieder zugeschüttet war, der andere (unmittelbar an derStrasse und dem durch das Wäldchen führenden Wege) im Sommer des letztgenanntenJahres noch offen lag. Die Umgebung des Höh-Wäldchens ist schon viel zum Zweck derGewinnung der Schaumkalkbänke durchwühlt.

Profile von Aufschlüssen in derder Orbicularis-Schichten.

11.

Kleine, im Jahre 1885 bezw. 1888offen liegende Brüche an der Strasse vonBreidenbach nach Schweyen, in dem vomHöh-Wäldchen und der Strasse gebildetenspitzen Winkel.

Lockere Mergel bis leicht zerfallende(dolomitische) Mergelschiefer,grau, mit vereinzelten bzw. sehr zahl-reichen Exemplaren von Myophoria

Schaumkalkzone und im unteren Theile

12 .

Einschnitt der Strasse von Breidenbachnach Schweyen, unterhalb des Höh-Wäld-chens.

Mehrod. wenigerthoniger dich-ter Dolomit, dünnplattig,grau, oft mit! durch Eisenhy-droxyd ausgckieideten, von Pyrit