182 ~ Fluthmühlen
Fluthmühlen sind solch« Wassermühlen anFlüssen, ganz in der Nähe des Meeres, oder an der See,küste, welche durch die Ebbe und Fluth in Thätigkeit ge-setzt werden. Wo man in solchen Gegenden Dampfma,schinen anlegen kann, vorzüglich da, wo die Feuerungdazu nicht kostspielig ist, entbehrt man die Fluthmühlenwohl gern. Es können aber doch Fälle eintreten, wo eineFluthmühle wohl nützlich seyn dürfte.
Es läßt sich eine Fluthmühle so denken, daß dasWasserrad sich mit Fluth und Ebbe in einerlei, aber auchso, daß es sich mir der Fluth in der einen und mit derEbbe in der andern (entgegengesetzten) Richtung umdreht.So wird Fig. 4, Taf.I, eine Einrichtung der Fluthmühledeutlich machen.
- Von drei Kanälen kann der mittelste a k b 6<i cund d durch zwei Schutzbrctcr oder Fallthüren geschlossenwerden. Die beiden andern Kanäle ifg und he labetlassen sich durch die beiden Fallthüren 5 und e schließen.Es soll angenommen werden, das Wasser des Meeresdringe bei b ein, und laufe an der andern Seite bei awieder heraus, und zwar in ein großes Wasserbehälrniß,worin es eine Zeit lang aufgehoben wird. Wenn nundie Fluth aufsteigt, so werden die beiden Fallthüren c undd aufgezogen; die beiden andern, e und f, bleiben unter,dessen verschlossen. Indem dann das Wasser durch denmittlern Kanal fließt, so treibt es das Mühlrad Rungefähr 41 Stunde lang um, während der 6Stunden, wo die Fluth steigt. Hat nämlich die Fluthfast gleiche Höhe mit dem Wasser in dem Wasserbe-hältnisse bekommen, so hört die Umdrehung des Rades lìStunde früher auf, ehe die Fluth ihre größte Höhe er,reicht hat. Eben so auch lì Stunde nach der größtenHöhe. So steht also die Mühle in den 12 Stundender Ebbe und Fluth nur 3 Stunden still.
Fängt das Meer an zu fallen, so werden die beidenFallthüren c und d niedergelassen, die beiden andern, eund f, aber cniporgczogcn. Dadurch wird das Wasser