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Der Tod in Venedig : Novelle / von Thomas Mann
Entstehung
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30
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ihm innerlich gemäß, und er lehnte nicht ab, als eindeutscher Fürst, soeben zum Throne gelangt, demDichter desFriedrich zu seinem fünfzigsten Ge-burtstag den persönlichen Adel verlieh.

Nach einigen Jahren der Unruhe, einigen Versuchs-aufenthalten da und dort wählte er frühzeitig Mün­ chen zum dauernden Wohnsitz und lebte dort inbürgerlichem Ehrenstande, wie er dem Geiste in be-sonderen Einzelfällen zuteil wird. Die Ehe, die er innoch jugendlichem Alter mit einem Mädchen ausgelehrter Familie eingegangen, wurde nach kurzerGlücksfrist durch den Tod getrennt. Eine Tochter,schon Gattin, war ihm geblieben. Einen Sohn hatteer nie besessen.

Gustav von Aschenbach war ewas unter Mittel-größe, brünett, rasiert. Sein Kopf erschien ein wenigzu groß im Verhältnis zu der fast zierlichen Ge-stalt. Sein rückwärts gebürstetes Haar, am Scheitelgelichtet, an den Schläfen sehr voll und stark ergraut,umrahmte eine hohe, zerklüftete und gleichsam nar-bige Stirn. Der Bügel einer Goldbrille mit randlosenGläsern schnitt in die Wurzel der gedrungenen, edelgebogenen Nase ein. Der Mund war groß, oft schlaff,oft plötzlich schmal und gespannt; die Wangenpartiemager und gefurcht, das wohlausgebildete Kinn weichgespalten. Bedeutende Schicksale schienen über dies

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