nüchternen Dienst seines Alltags. Nur dieser Ortverzauberte ihn, entspannte sein Wollen, machte ihnglücklich. Manchmal vormittags, unter dem Schatten-tuch seiner Hütte, hinträumend über die Bläue desSüdmeers, oder bei lauer Nacht auch wohl, gelehntin die Kissen der Gondel, die ihn vom Markusplatz,wo er sich lange verweilt, unter dem groß gestirntenHimmel heimwärts zum Lido führte — und diebunten Lichter, die schmelzenden Klänge der Sere-nade blieben zurück —, erinnerte er sich seines Land-sitzes in den Bergen, der Stätte seines sommerlichenRingens, wo die Wolken tief durch den Garten zo-gen, fürchterliche Gewitter am Abend das Licht desHauses löschten und die Raben, die er fütterte, sichin den Wipfeln der Fichten schwangen. Dann schienes ihm wohl, als sei er entrückt ins elysische Land,an die Grenzen der Erde, wo leichtestes Leben denMenschen beschert ist, wo nicht Schnee ist undWinter, noch Sturm und strömender Regen, sondernimmer sanft kühlenden Anhauch Okeanos aufsteigenläßt und in seliger Muße die Tage verrinnen, mühe-los, kampflos und ganz nur der Sonne und ihrenFesten geweiht.
Viel, fast beständig sah Aschenbach den KnabenTadzio; ein beschränkter Raum, eine jedem gegebeneLebensordnung brachten es mit sich, daß der Schöne
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