TRAUMWEISE IST MIR . . .
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von Formenglanz, in welchem oft die Stile verschiedenerJahrhunderte so harmonisch Zusammenwirken, daß esin seiner Selbstverständlichkeit zum Verwundern ist:wie im Falle der Kirche Saint-Sulpice, die seit dem10. in beinahe jedem Jahrhundert neu erbaut wurdeund neben einem Turm aus dem 17. einen zweiten hat,den nördlichen, dessen Geschmack in aller Naivitäthundert Jahre jünger ist, ohne daß man den leisestenAnstoß daran nähme. Da war das Palais du Luxem-bourg mit seinem alten Parke im Silberlicht und demvornehm ausladenden Bassin der Fontaine Medicis. DerPalast ist ja Sitz des Senates, und ich erinnerte mich,dies sei also das Wirkungsfeld des unangenehmen HerrnPoincare , hörte aber, daß wirklich niemand sich um denMann mehr kümmere und daß er selbst hier, seit Jahrund Tag, den Mund nicht mehr aufgetan habe.
Schön ist der runde Platz vor dem Pantheon, gebildetvon der Bibliotheque des G6novefains, der Fcole deDroit und der Mairie dieses Arrondissements. Schöndie Hügelstraße an der romanisch-gotischen Renais-sancekirche St. - Ftienne - du - Mont vorbei, hinab zurSorbonne, ein alter Römerweg, jetzt Rue de la Mon-tagne Sainte-Genevieve. Traumweise ist mir, als seienwir ein Stück weit ins „Institut“ vorgedrungen, die Aka-demie am Quai Malaquais, und die runde Stiege derBibliotheque Mazarine schwebt mir vor, charaktervollgedrungen. Was für ein glänzender Hof, der des HotelCarnavalet, wo gegen Ende des „grand siede“ Madamede Sevigne mietweise wohnte — gerade der Dore-Dom-röschen-Glanz war das, von dem wir in Mainz einenVorgeschmack bekommen. Aber in klarster Erinnerung,ich weiß nicht, warum, steht mir der Platz, der durch