Buch 
Pariser Rechenschaft / von Thomas Mann
Entstehung
Seite
51
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GLÄNZEND BEMERKT

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(Heiterkeit,Ah, non, evidemment!)Sein Antriebwar tatsächlich nicht politischer, sondern rein geistigerArt; es war der Protest gegen die moralische Weltverein-fachung durch die demokratische Tugendpropaganda.

Sie zeigten unbedingtes Verständnis. Die Folge sei,erwiderte Fabre-Luce, daß das Buch sich hauptsächlichgegen den Geist der französischen Linken, den bürger-lichen Radikalismus, den Geist der Revolution richte,und dies sei eben die Schwierigkeit, daß in der Tatgerade die bürgerliche Linke seines Landes, deren na-türliche politische Rolle doch die Förderung des Frie-dens sei, dem ideellen Deutschtum am feindlichstengegenüberstehe.

Glänzend bemerkt. Aber erstens meinte ich, daß,wie ich gestern zu sagen versucht hätte, die Wieder-annäherung des deutschen Denkens an das westeuro-päische durchaus eine geistige Möglichkeit sei diegeistigen Möglichkeiten seien in Deutschland sehr um-fangreich, das ideelle Deutschtum etwas sehr Beweg-liches. DasZweitens aber und dasAndererseitsmüsse man der allgemeinen Weltrevolutionierung über-lassen, die im Gange sei und ausgleichend wirkenmüsse, der in der Literatur so deutlichen Unter-minierung des bürgerlichen, des klassischen, des kon-servativ-revolutionären Frankreich , als dessen poli-tischen Exponenten man etwa den Typus Poincar^betrachten könne, durch die Kräfte des Neuen, östlich-proletarische Kräfte, die in gewissem Sinn die Euro-päisierung Frankreichs betrieben.

Das klassische Frankreich ... Es war klar, daß vonmeinen beiden Unterrednern der Philolog, der Histo-riker, Boucher also, am meisten daran hing.Ah, es