Augen in dem seltsamen Kindergesichtchen redeten einefließende und unaufhaltsame Sprache, und eine glatteSträhne ihres blauschwarzen Haares fiel seitwärts in ihreStirn. Sie hatte Klaus Heinrichs Rose in der Hand.
„Doch, sie ist herrlich", sagte er, der vor ihr stand, undwußte nicht, was er meinte. Seine blauen Augen, vonden volkstümlichen Wangenknochen bedrängt, waren trübwie von Schmerz. „Sie haben so viele Bücher", fügteer hinzu, „wie meine Schwester Ditlinde Blumen hat."
„Hat die Fürstin so viele Blumen?"
„Ja, aber neuerdings sind sie ihr weniger wert."
„Nun wollen wir einräumen", sagte sie und griff nachden Büchern.
„Nein, warten Sie", sagte er mit schwerer Brust. „Ichhabe Ihnen so viel zu sagen, und unsere Zeit ist so kurz.Sie müssen wissen, daß heute mein Geburtstag ist, —darum kam ich, und brachte Ihnen die Rose."
„O", sagte sie, „das ist bemerkenswert! Es ist IhrGeburtstag heute? Nun, ich bin sicher, daß Sie alleGlückwünsche mit dem Ihnen eigenen Anstand entgegen-genommen haben. Nehmen Sie auch den meinen! Eswar hübsch, daß Sie mir heute die Rose brachten, ob-gleich sie ihr Bedenkliches hat. . ." Und sie versuchtenoch einmal mit furchtsamem Ausdruck den Moderduft.„Wie alt werden Sie heute, Prinz?"
„Siebenundzwanzig", antwortete er. „Vor siebenund-zwanzig Jahren wurde ich auf der Grimmburg geboren.Ich habe es immer recht streng und einsam seitdemgehabt."
Sie schwieg. Und plötzlich sah er, wie ihr Blick, unter