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Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
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372
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leicht verfinsterten Brauen, an seiner Seite suchte, ja,obwohl er, seiner Übung nach, ein wenig schräg vor ihrstand und ihr die rechte Schulter zuwandte, konnte ernicht verhindern, daß ihre Augen sich mit stillem Forschenauf seinen linken Arm, auf die Hand hefteten, die er weitrückwärts in die Hüfte gestemmt hatte.

Haben Sie das da seit Ihrer Geburt?" fragte sie leise.

Er erbleichte. Aber mit einem Laut, der wie ein Lautder Erlösung klang, sank er vor ihr nieder, indem er dieseltsame Gestalt mit beiden Armen umschlang. Da lager, in seinen weißen Hosen und seinem blau und rotenRock mit den Majorsraupen auf den schmalen Schultern.

Kleine Schwester . . . sagte er.KleineSchwester. . ."

Sie antwortete mit vorgeschobenen Lippen:Haltung,Prinz. Ich bin der Meinung, daß es nicht erlaubt ist,sich gehen zu lassen, sondern daß man unter allen Um-ständen Haltung bewahren muß."

Aber hingegeben und rküt blinden Augen das Gesichtzu ihr emporgewandt, sagte er nichts als:Jmma . ..kleine Jmma ..."

Da nahm sie seine Hand, die linke, verkümmerte, dasGebrechen, die Hemmung bei seinem hohen Beruf, die ervon Jugend auf mit Kunst und Wachsinn zu verbergengewöhnt war, nahm sie und küßte sie.