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Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
Entstehung
Seite
375
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Es war das schonungsvollste Schriftstück, das je zuGehör gekommen, und setzte jeder niederschlagenden Tat-sache äußerer Natur einen dem Volke innewohnendensittlichen Vorzug entgegen. Es sing damit an, die imLande vorhandene Tüchtigkeit zu preisen und räumtedann ein, daß gleichwohl nicht auf allen Gebieten desErwerbslebens ein eigentlicher Aufschwung zu verzeichnensei, so daß die Einnahmequellen nicht durchweg die wün-schenswerte Ergiebigkeit auswiesen. Es vermerkte mitGenugtuung, wie der Sinn für das Gemeinwohl undwirtschaftlicher Opfermut sich mehr und mehr in der Be-völkerung ausbreiteten lind erklärte dann ohne Schön-färberei, daßtrotz überaus begrüßenswerter Erhöhungder Steuereingänge infolge Zuzugs steuerkräftiger Frem-der" (womit Herr Spoelmann gemeint war) aneine Herabsetzung der Ansprüche an den eben gewürdigtenOpfermut nicht wohl habe gedacht werden können.Selbst ohnedies, hieß es weiter, hätten sich im Etatsent-wurf nicht alle finanzpolitischen Ziele erreichen lasten, undwenn es zunächst noch nicht gelungen sei, die Schulden-tilgung auf das angestrebte Maß zu bringen, so sehe dieRegierung doch in der Fortsetzung einer maßvollen An-lehenspolitik den besten Allsweg aus den rechnerischenVerwickelungen. Auf jeden Fall fühle sie sich dieRegierung in aller Ungunst der Verhältnisse von demVertrauen des Volkes getragen, jenem Glauben an dieZukunft, der ein so schönes Erbteil unseres Stammessei . . . Uild sobald als tunlich verließ die Thronrede dasmißliche Gebiet des Geldwirtschaftlichen, um sich minderheiklen Gegenständen, dem Kirchen-, Schul- und Rechts-