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Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
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394
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dem Reiche der Algebra und der Sprachverspottung mitihm hinabzuwagen in die fremde Zone, jene wärmere,dunstigere und fruchtbarere, welche er ihr zeigte. Dennihre Scheu vor diesem Entschlüsse war gewaltig groß.

Das nächste Mal war er allein mit ihr, oder so gutwie allein, das heißt zu dritt mit der Gräfin Löwenjoul.Es war ein kühler, bedeckter Morgen nach einer nächt-lichen Wetterkrise. Sie ritten die Wiesenböschung ent-lang, Klaus Heinrich in hohen Stiefeln, die Krücke derReitpeitsche zwischen die Knöpfe seines grauen Mantelsgehängt. Die Schleuse droben bei der hölzernen Brückewar geschlossen, das Bett des Wasserarmes lag leer undsteinig. Perceval, dessen erste Lärmwut gestillt war, setztefedernd darüber hin und her oder trabte, nach Hundeartschief laufend, den Pferden voran. Die Gräfin, aufJsabeau, hielt lächelnd ihren kleinen Kopf zur Seite ge-neigt. Klaus Heinrich sagte:Ich denke Tag und Nachtan etwas, was wohl ein Traum gewesen sein muß. Ichliege nachts und höre Florian drüben im Stalle schnau-ben, so still ist es. Dann denke ich bestimmt, daß es keinTraum war. Aber wenn ich Sie sehe, wie heute undneulich am Teetisch, dann kann ich es doch unmöglich füretwas Besseres halten."

Sie antwortete:Das bedarf der Erläuterung, hoherPrinz."

Haben Sie mir vor neunzehn Tagen Ihre Büchergezeigt, Fräulein Jmma, oder nicht?"

Vor neunzehn Tagen? Da muß ich rechnen. Nein,lassen Sie sehen, es sind achtzehn Tage und ein halber,wenn mich nicht alles täuscht. . ."