Augen den Bericht des „Eilboten" verschlungen, dieseglitzernden Spalten, die alljährlich von einem durch denTrunk entarteten Adeligen abgefaßt wurden und so üppigzu lesen waren, daß man glaubte, Einblick in das Feen-reich zu tun, während in Wahrheit das Ballfest im AltenSchloß ohne Überschwang lind selbst nüchtern verlief.Aber der Bericht reichte nur bis zum Souper, mit Ein-schluß der französischen Speisenfolge, und alles, wasspäter kam, sowie überhaupt alle Zartheiten und Unwägbar-keiten des großen Vorgangs blieben notwendig mündlicherÜberlieferung vorbehalten.
Die Damen hatten sich, in einem kolossalen oliven-farbenen Automobil vor dem Albrechtstor anbremsend,ziemlich pünktlich im Alten Schlosse eingefunden, wennauch so pünktlich nicht, daß Herr von Bühl zu Bühl nicht Zeit gehabt hätte, sich zu ängstigen. Von sieben-einviertel Uhr an war er, in großer Uniform, mit Ordenbedeckt bis zum Unterleib, mit spiegelndem braunem Toupeeund den goldenen Zwicker auf der Nase, in der Mittedes mit Rüstungen umstellten Rittersaales, woselbst sichdas Großherzogliche Haus und der große Dienst ver-sammelten, von einem Fuß auf den andern getreten undhatte mehrmals einen Kammerjunker in den Ballsaalhinübecgesandt, um zu erfahren, ob Fräulein Spoelmannnoch nicht erschienen sei. Er erwog unerhörte Möglich-keiten. Wenn diese Königin von Saba zu spät kam —und was konnte man nicht von ihr gewärtigen, die mittendurch die Wachtmannschaft geschritten war! — so mußtesich der Eintritt des großherzoglichen Cortege verzögern,so mußte der Hof auf sie warten, denn sie sollte ja nun