Buch 
Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
Entstehung
Seite
441
JPEG-Download
 

Das will ich, Jmma, laut und fest. Aber nur untereiner Bedingung darf ich es, nämlich, daß wir nicht ineigennütziger und unbedeutender Weise nur auf unsereigenes Glück Bedacht nehmen, sondern alles aus demGesichtspunkt des Großen, Ganzen betrachten. Denn dieöffentliche Wohlfahrt, sehen Sie, und unser Glück, diebedingen sich gegenseitig."

Wohlgesprochen, Prinz. Denn ohne unsere Studienüber die öffentliche Wohlfahrt würde ich mich schwerlichzum Vertrauen zu Ihnen entschlossen haben."

Und ohne Sie, Jmma, die Sie mir das Herz sowarm gemacht, würde ich schwerlich auf so wirkliche Stu-dien verfallen sein."

Also wollen wir denn sehen, was wir ausrichten,jeder an seinem Platze, Prinz. Sie bei den Ihren undich bei meinem Vater."

Kleine Schwester", hatte er mit ruhiger Miene ge-sagt lind sie im Tanze ein wenig fester an sich gezogen.Kleine Braut..."

Und das war in der Tat ein Sonderfrist von Ver-lobungsgespräch gewesen.

Freilich war hiermit nicht alles, ja wenig geschehen,lind rückblickend muß man sich sagen, daß, in dem Ge-samtaspekt der Verhältnisse nur einen Faktor weg oderanders gedacht, das Ganze damals noch immer Gefahrlief, in nichts zu zerfallen. Welch Glück, fühlt der Chro-nist sich auszurufen versucht, welch Glück, daß an derSpitze der Geschäfte ein Mann sich befand, welcher derZeit fest und unerschrocken, ja selbst nicht ohne Schalk-haftigkeit ins Auge blickte und eine Sache nicht einzig des-