gleichen Hexenwesen, erklärte der „Eilbote", seien, soweitdas Schicksal des Einzelnen in Frage komme, schlechter-dings in das dunkle Gebiet des Aberglaubens zu ver-weisen, sie gehörten dem grauen Mittelalter an, und nichtgenug zu belächeln seien die wahnbefangenen Personen, die,was freilich in den Städten wohl nicht mehr geschähe,sich von geriebenen Beutelschneidern die Groschen aus derTasche ziehen ließen, um aus der Hand, den Karten oderdem Kaffeesatz sich ihre geringfügige Zukunft deuten, sichgesundbeten, homöopathisch kurieren oder ihr krankes Vieh i
von eingefahrenen Dämonen befreien zu lassen, — wie alsob nicht bereits der Apostel gefragt habe: „Kümmert sichdenn Gott auch um die Ochsen?" Allein ins Große ge-rechnet und entscheidende Wendungen im Schicksal ganzerVölker oder Dynastien in Rede gestellt, so laufe einemgeschulten und wissenschaftlichen Denken die Vorstellungnicht unbedingt zuwider, daß, da die Zeit nur eine Illu-sion und in Wahrheit betrachtet alles Geschehen in Ewig-keit feststehend sei, solche im Schoße der Zukunft ruhendenUmwälzungen den Menschengeist im voraus erschütternund ihm gesichtweise sich offenbaren könnten. Und deßzum Beweise veröffentlichte das eifrige Blatt ein umfang-reiches, von einem unserer Hochschulprofessoren gütigst zurVerfügung gestelltes Elaborat, das eine Übersicht aller derFälle der Menschheitsgeschichte bot, in welchen Orakel undHoroskop, Somnambulisrmls, Hellseherei, Wahrtraum, ,
Schlafwachen, zweites Gesicht und Inspiration eine Rolle I
gespielt hatten, — ein überaus dankenswertes Memoran- j
dum, das seine Wirkung in gebildeten Kreisen nicht ver-fehlte.