Es war Großherzog Albrecht, der den Prinzen-Thron-folger von diesen Abschlüssen in Kenntnis setzte. Wiederstand Klaus Heinrich in dem großen, zugigen Arbeits-zimmer unter dem zersprungenen Deckengemälde, vorseinem Bruder, wie einst, als Albrecht ihm die Reprä-'sentationspfiichten übertragen hatte, und nahm in dienst-lich geschlossener Haltung die großen Mitteilungen ent-gegen. Er hatte den Waffenrock eines Majors der Garde-füsiliere angelegt zu dieser Audienz, während der Groß-herzog zu seinem schwarzen Überrock neuerdings Puls-wärmer trug, die seine Tante Katharina ihm in dunkel-roter Wolle gefertigt hatte, gegen den Zug durch die hohenFenster des Alten Schlosses. Als Albrecht geendigt hatte,trat Klaus Heinrich einen Schritt seitwärts, um aufsneue salutierend die Absäße zusammenzuziehen, und sagte:„Ich bitte dich, lieber Albrecht, dir herzlichen und unter-tänigen Dank zu Füßen legen zu dürfen, in meinem Na-men und im Namen des ganzen Landes. Denn letztenEndes bist du es ja, der all diesen Segen ermöglicht, unddie verdoppelte Liebe des Volkes wird dir für deine hoch-herzigen Entschließungen lohnen."
Er drückte die magere und empfindliche Hand seinesBruders, die dieser dicht an der Brust und ohne auchnur den Unterarm vom Körper zu lösen ihm darreichte.Der Großherzog hatte seine kurze, gerundete Unterlippeemporgeschoben, und seine Lider waren gesenkt. Er ant-wortete leise und lispelnd: „Ich neige um so wenigerdazu, mir über die Liebe des Volkes Illusionen zu machen,als ich, wie dir weißt, dieser fragwürdigen Liebe schmerzlosentraten kann. Dabei fällt die Frage kaum ins Gewicht,