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Aller dieser Kalk ist nun überall, wo er nicht mit senk-rechten Felsen abfällt, von derselben rothen Erde bedeckt, wieder Gneis und zwar nicht bloss, wo er, wie auf unserer Fazende,Gneisberge quer durchsetzt, sondern auch wo er selbstständigegrosse Bergrücken bildet, wie in der Nähe von St. Rita. OhneZweifel liegt dieselbe im Allgemeinen auf dem Kalk eben so tief,als auf dem Gneis; wenigstens versicherte mir Dr. TeuscHer,ein seit zwölf Jahren hier niedergelassener deutscher Arzt, dassdie Vegetation auf dem Kalk im Ganzen üppiger sei, als aufdem Gneis. Die Bildung dieser rothen Erde auf dem Kalk istmir freilich unerklärlich. Mit Beziehung auf die äusseren For-men des Kalkgebirges hat mich Dr. Teuscher noch auf folgen-den Punkt aufmerksam gemacht: In der Nähe von St, Ritazieht sich ein hoher Kamm in ziemlich gerader Richtung wohlüber eine halbe Stunde hin. Seitengräte gehen von demselbenaus, aber nicht von seiner höchsten Höhe, sondern weit untenvom Abhange aus. Diese Seitengräte sind gewunden, endigen oftmit der meia laranja ; sie bestehen aus Gneis. Der geradeKamm selbst dagegen hat ebene Seitenwände, ist also etwa einemeingekerbten Prisma zu vergleichen und dieser Kamm selbst be-steht aus Kalk. Dr. Teuscheü , der seit zwölf Jahren die Ge-gend durchwandert, glaubt, dass allgemein die eben beschriebenenmehr geraden Formen dem Kalkgebirge eigen seien, und dassman dasselbe leicht an der äusseren Form vom Gneis unter-scheiden könne.
Ausser der Provinz Rio de Janeiro habe ich die Brasiliani-schen Küstengebirge noch gesehen in der Provinz St Paul. VomHafen Santos machte ich den Weg über die Serra nach der StadtSt. Paul und von da über Campinas nach Litneira und St. Joaöde Rio Clara. Dies war die letzte Ortschaft landeinwärts, dieich erreichte, etwas über 40 Meilen von Santos entfernt. Vondiesem direkten Weg kam ich aber links und rechts viele Mei-len weit ab und will hier noch die dort gemachten Beobachtun-gen mittheilen, so spärlich dieselben auch sind, da meine Sinnedamals von ganz anderen Dingen in Anspruch genommen waren.
Bei Santos rückt die Serra der Küste vielleicht am Nächsten,bis in eine Entfernung von 2 bis 3 Meilen; sie erhebt sicheben so steil und zerklüftet, aber nicht eben so hoch, wie zwischenRio und Novo Friburgo. Von der Höhe der Serra gelangt man