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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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jener Abend-Gesellschaften haben ferner viele hohe Gäste Theilgenommen, welche den Hof zu Berlin besuchten. So im Jahr1732 der Herzog Franz von Lothringen als Bewerberder deutschen Kaiserkrone, der Herzog Ferdinand Albrechtvon Braunschweig, der Herzog Ludwig Eberhard undder Prinz Alexander von Würtemberg. Im Jahr 1735verweilte der König Stanislaus von Polen während seinesBesuchs jeden Abend im Tabak Eollegium mit seiner Majestätdem König Friedrich Wilhelm um die Wette rauchend.

Das Tabak-Schnupfen gelangte zu Ende des siebenzehntenJahrhunderts nach Deutschland, aus Frankreich eingewandert?Hugenotten brachten es in die Mode. In allen Ständen fandes schnell große Verehrer, namentlich waren ihm Prinz Eugenvon Savoyen und Friedrich der Große sehr zugethan.Geistliche eiferten Anfangs gleichfalls gegen diese Neuerung,besonders gegen das Tabakschnupfen in der Kirche. Solcheserhellt aus einem Vorfall, der in der Biographie des origi-nellen Jakob Sackmann >) erzählt ist, welcher einst Pastor

') Sie erschien im Jahr 1810 zu Celte.— Ein Advokat aus Hannover der dem Schnupftabak sehr zugethan war, hatte sich in der Kirchedes Dorfs eingefunden und nahm während der Predigt öfters einePrise. Als dieß Sackmann bemerkte, hielt er inne, und rief demAdvocaten plattdeutsch zu: „Schnüffler giff Gottes Wort die Ehreund hebe Di!"

Da der Advocat sitzen blieb und fortfuhr zu schnupfen, hielt Sack-mann wieder inne und rief mit stärkerer Stimme: „Schnüffler ick„sage di nochmals, giff Gottes Wort die Ehre und hebe Di!"

Da der Advokat auch gegen diese Aufforderung taub blieb, undim Schnupfen fortfuhr, rief der erzürnte Pastor den Kirchendienernzu: „Hans und Kuns kümmt dog und hebt mi den Schnüffler da„vom Platze, damit he wet, det he in der Kerke is!"

Der Advokat fand nicht für gut, die Ankunft der handfestenMänner abzuwarten und verließ eilig die Kirche.