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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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hängten schweren Strafen wurden unter der Regierung desSultan Ibrahim nicht aufgehoben. Die Freunde des Ta-baks nahmen daher ihre Zuflucht zum Schnupftabak. DieJahrbücher des Dsmanischen Reichs melden, daß man inConstantinopel im Jahr 1642 zuerst Tabak schnupfen sah').

Während der Regierung des Sultans Mohammed IV.wurden wieder Kaffeehäuser errichtet, und das Verbot gegendas Tabakrauchen wurde zurückgenommen. Seit dem ver-breitete es sich schnell unter allen Ständen, und es ist dergewöhnliche Zeitvertreib der indolenten Lsmanen in den Kaffee-häusern, auf den Bazars und im Harem geworden. Selbstdie Frauen sind ihm sehr ergeben. Beim Abstatten von Be-suchen herrscht allgemein die Sitte, den Ankommenden, wenns dessen Rang erlaubt, zum Sitzen auf den Divan einzu-laden, und ihm Kaffee und eine angezündete Pfeife zu reichen.Unter den Pfeisenkopf wird eine kleine messingene Schale(Tapsi) gelegt, um das Anbrennen der Teppiche zu ver-hüten.

Der Tabak heißt Tutun oder Tuton, ein Wort, das nichtArabischen Ursprungs ist, und Rauch bedeutet. In der Ara-bischen Sprache wird er Dakhan genannt, welches Wort abervon den Osmanen selten gebraucht wird, und eine Ueber-setzung von Tutun ist. Man bedient sich allgemein sehr langerPfeifen, Tschibuk genannt. Das mehrere Fuß lange Rohrbesteht aus Weichselholz, Maßholder oder Jasmin. Der Pfei-fenkopf, Lulvch, ist aus fein geschlemmter rother Erde gebil-det, mit eingedrückten Verzierungen versehen und oft ver-goldet. Das große, knopfförmige, aus Bernstein gefertigteMundstück wird nicht in den Mund genommen, sondern nur

') von Hammer. B. 3. S. 309.