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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
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220
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Tabak: „Den Tabak lieben die Perser sehr. Man sieht jegliche„Standes-Person schmauchen, hin und wieder selbst in den„Moscheen. Den Tabak erhalten sie von Bagdad und Kur-distan , woselbst er häufig wachsen soll. Sie wissen aber den-selben nicht zuzurichten, und lassen ihn nur wie andere„Kräuter dörren. Sie haben in Jspahan ganze Kramladen„voll, darin er in großen Säcken steht, und die Blätter in„Stücken zerbrochen, gleich Sennesblättern. Den Europäischen„Tabak lieben sie sehr, und nennen ihn InKlis l'ambaku,„weil ihn die Engländer meist einführen. Wenn ich meinen„Lehrmeistern ein Stücklein singerslang verehrte, hatte ich sie„zu allem sehr willig. Die allgemeine Art den Tabak zu„trinken ist diese: Sie nehmen eine gläserne Flasche, Krug,„Indianische Nuß, oder Kabab, die harte Schale von einer„besondern Art Kürbis, und gießen selbige über die Hälfte„voll Wasser, so bisweilen mit wohlriechendem Wasser ver-mischt, und lassen von oben eine Röhre hinein gehen. Oben„auf der Röhre ist eine Krone, in welche sie den Tabak und„eine glühende Kohle legen. Dann ist ein hölzernes Rohr,„eine oder zwei Ellen lang, so in das Gefäß über das Wasser„geht; durch diese ziehen sie die Luft an sich, so muß alsdann„der Tabaksrauch, weil das Gefäß neben der Röhre fest„zugemacht ist, durch das Wasser folgen, und die schwarze„oder fettige Materie bleibt im Wasser. Einige ziehen den„Rauch aus Mangel an solchen Gefäßen nach unserer Art„durch lange hölzerne Pfeifen. Bei dem Tabaktrinken haben„die Perser das heiße schwarze Wasser Eahwae alsbald zur„Hand."

Llearius >) fügt noch bei, die Perser seien zuerst wäh-

') a. a. O. S. 64S.