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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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Altai traf ich in dem Dorfe Tschatschulicha den ersten Kal-mücken an, der am Gürtel seines Schafpelzes rechts einMesser und links an einem langen Riemen ein ledernesSäckchen mit Feuerzeug trug. Statt des Zunders bediente ersich der filzigen Blatter von ^robium lappa und einer Art^rtvmisia. Die Pfeife und den Tabaksbeutel trug er im wei-ten Stiefel. Die kleine Pfeife, kaum einen Fuß lang, waraus Eisen geschmiedet, Kopf und Rohr aus einem Stücke.Die Kalmücken schmieden die Pfeifen selbst. An der Taliczabesuchte ich eine ärmliche Jurte, in die mich der Eigenthümerfreundlich einlud. Auf dem Heerd, in der Mitte der Jurte,stand ein großer Kessel mit Fleisch, und daran saß die Fraumit einem nackten Säugling auf dem Schooße. Dem Ein-gänge gegenüber, wo der Ehrenplatz ist, hingen Götzenbilder,und hier breitete er für den Gast eine Filzdecke aus. DieGötzen waren aus Holz geschnitzte Figuren, mit Leder, Mes-sing und Corallen verziert. Die abgezogene Haut eines Adlersmit den Klauen belegte der Kalmück auf Befragen, was siebedeute, mit dem russischen Namen Bog (Gott ). Der Mundeines anderen kleinen hölzernen Götzen war mit Speck be-strichen. Nachdem ich Platz genommen hatte, zog mein Wirthaus dem Stiefel den Tabakbeutel und die Pfeife hervor,stopfte sie und überreichte sie mir angezündet als ein Ehren-zeichen. Dagegen gab ich ihm meine Pfeife, die er bewun-derte, zu seinem Kopfe emporhob, einige Züge daraus that,und zurückgab.

Am folgenden Tage hatte Bunge eine Zusammenkunftmit dem Kalmücken Saisan oder Fürsten Mitrai, der amschwarzen Arni nomadisirte und der Jagd wegen hierher ge-kommen war. Er hatte wie alle Russischen Saisans der Kal-mücken Majorsrang mit Erbadel, und trug zwei goldene