ealliaüous geworden. Der Gebrauch deS Tabaks endlich hatsich in allen Ständen, Schichten und Classen der Gesellschafteingrschlichen. Freunde desselben finden sich unter den Rei-chen und Armen, unter den Bettlern und Fürsten . Gleichleidenschaftlich ergeben sind ihm Taglöhner, Landbauer, Hand-werker, Soldaten, Seefahrer, Kaufleute, Beamte, Geistliche,Künstler, Gelehrte und Dichter.
Goethe, der dem Tabak abhold war, sprach einst dieBehauptung aus, ein wahrhaft genialer Mann werde sicherlichnicht Tabak rauchen, und fügte die Vermuthung bei, daß Les-sin g wohl nicht geraucht habe. Ebert, der ehemalige Biblio-thekar zu Wolfenbüttel , der bei dem Gespräch gegenwärtig ge-wesen war, versäumte nicht sich über Göthe's VermuthungAuskunft zu verschaffen. Er wendete sich an eine alte in Wolfen-büttel lebende Frau, die mehrere Jahre lang Lessings Auf-wärterin gewesen war. Auf die Frage, ob Lessing Tabakgeraucht habe, antwortete sie ganz treuherzig: „Ja schmauchenund schreiben konnte der Herr Lessing wohl, sonst aber warer zu nichts zu gebrauchen."
Gegen Goethe's Ausspruch laßen sich aber auch unzäh-lige Beispiele von Männern aus allen Fächern der Wissen-schaften anführen, die dem Tabak sehr ergeben waren undderen Genialität wohl Niemand in Zweifel ziehen dürfte. VonDichtern, die Tabak rauchten, nenne ich Milton, Fielding,Addison, Steele, Matthew Prior , Klopstock, Voß,Walter Scott und Lord Buron. Drpden, Pope ,Swift; Schiller und E. A. Schlegel schnupften. Vongroßen Philosophen, die dem Tabak zugethan waren, sindanzuführen der Lord Kanzler Bacvn, Locke , Kant undHerder; von Geschichtsforschern Schlözer und Mannert;von berühmten Mathematikern und Astronomen Newton,